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Was ist der Anlass für die akuelle Trendwende?
Eine sehr plausible Erläuterung kommt von unserem sehr geschätzten Kollege Stephan Heibel: Ben Bernanke hat in einer Rede angedeutet, dass die strenge Bilanzierungsvorschrift zum Marktwert bewerten, “mark-to-market”, seiner Ansicht nach aufgeweicht werden könne. Die strikte Anwendung dieser Regel habe seiner Einschätzung nach einen negativen Einfluss auf das Funktionieren der Finanzmärkte.
Als Beispiel zum "mark-to-market" schreibt Stephan: “Wenn Ihr Nachbar seinen Porsche Boxter ohne Sonderausstattung unter Zeitdruck für 20.000 Euro an den Porschehändler verscherbeln muss, dann heißt das nicht, dass Ihr 911er mit allen Extras auch nur noch 20.000 Euro wert ist. Doch genau das verlangt die mark-to-market Regel: Sofern es keinen besserenVergleichswert gibt, müssen Sie den zuletzt in Ihrer Nachbarschaft erzielten Verkaufswert für ein Haus auch für Ihr Haus ansetzen. Und für die Banken bedeutet das, dass Immobilienderivate im eigenen Bestand, die derzeit auf dem freien Markt nicht nachgefragt werden, praktisch Null US-Dollar wert sind, obwohl regelmäßige Zins- und Tilgungseinnahmen daraus erzielt werden. “
Mark-to-market ist eine sinnvolle Bilanzierungsregel. Doch derzeit hat diese Regel einen Entwertungsstrudel gestartet, der von alleine nicht mehr zu stoppen ist. Bernanke hat mit seiner Aussage endlich eingesehen, dass dieser Strudel erst dann aufhört sich zu drehen, wenn es keinen Bankensektor mehr gibt. Seinen Äußerungen zufolge kann der Bankensektor damit rechnen, für eine gewisse Zeit mit Nachsicht behandelt zu werden, wenn mark-to-market nicht mehr angewendet wird. Und das gibt den Finanzwerte wieder etwas mehr Ruhe.
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