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Vor zwei Wochen veröffentlichte ich in diesem Newsletter einen Artikel, in dem ich Ihnen mitteilte, warum Dividendenausschüttung für uns Anleger einen direkten finanziellen Nachteil mit sich bringt (Klicken Sie hier, wenn Sie diesen Artikel erneut lesen möchten). Diese Woche möchte ich dieses Thema noch ein wenig vertiefen. Wir lesen nämlich häufig in Artikeln und Untersuchungen, dass Aktien von Unternehmen, die Dividende ausschütten im Durchschnitt besser laufen, als Aktien von Unternehmen, die dies nicht tun. Weiter heißt es oftmals, dass das Ausschütten von Dividende dazu führt, dass das Führungspersonal der Unternehmen auf verantwortungsbewusstere Art mit Geld umgehe und darum vertrauenswürdiger sei. Ich für meinen Teil habe nicht viel übrig für solcherlei Untersuchungen.
Ein hinkender Vergleich
Ich habe den begründeten Verdacht, dass in solchen Untersuchungen Äpfel mit Birnen verglichen werden. In der Kategorie „Unternehmen die keine Dividende ausschütten“ befinden sich sehr wahrscheinlich auch alle Unternehmen, die Verluste fahren. Firmen also, deren Aktien man ohnehin meiden sollte. Ich habe auf jeden Fall noch nie erlebt, dass jemand strukturell gewinnbringende Unternehmen die Dividende ausschütten mit strukturell gewinnbringen Unternehmen die keine Dividende ausschütten miteinander vergleicht.
Ein „vertrauenswürdiges“, strukturell gewinnbringendes Unternehmen
Ich möchte Ihnen außerdem gerne ein Bespiel eines vertrauenswürdigen, strukturell gewinnbringenden Unternehmens nennen, das immer Dividende ausschüttet: Unilever. Laut Untersuchungen und Vergleichen perfekt für den Kauf. So lange perfekt, bis man sich die Balance von Unilever anschaut. 10,8 Milliarden Bares stehen 11,6 Milliarden kurzfristiger Schulden gegenüber. Wenn Unilever all diese Schulden heute begleichen müsste, hätte Unilever knapp eine Milliarde zu wenig. Das Eigenvermögen beläuft sich auf 12 Milliarden. Hiervon jedoch bestehen 17 Milliarden aus Goodwill und immateriellen Aktiva bzw. Besitztümern, die man nicht anfassen kann.
Die blauen Augen des CFO
Güter, die also nicht greifbar sind (Sachanlagen) und deren realer Wert vom Unilever CFO eingestuft wird. Auf dessen blaue Augen müssen wir uns dann wohl verlassen. Das greifbare Eigenvermögen von Unilever liegt bei minus fünf Milliarden. Auf den ersten Blick ein vertrauenswürdiges Unternehmen. Immer Gewinne, immer Dividende. Vertrauenswürdig bis zu dem Zeitpunkt, an dem man sich die Balance anschaut. Unilever wird höchstwahrscheinlich noch einige Jahre Gewinne einfahren und Dividende ausschütten. Es könnte auch gut sein, dass diese 17 Milliarden Dollar immaterieller Aktiva tatsächlich einen Wert darstellen. Ich möchte das alles wirklich gerne glauben, aber ich gehe kein Risiko ein und verlasse mich lieber auf greifbare Werte. Es gab in der Vergangenheit schon genügend „vertrauenswürdige Unternehmen“ mit vielen immateriellen Aktiva die untergegangen sind. Ich kaufe darum lieber eine Aktie eines strukturell gewinnbringenden Unternehmens mit starker Liquiditätsposition und einem großen greifbaren Vermögen.
Wenn ich der CEO von Unilever wäre…
…würde ich direkt aufhören Dividende auszuschütten, würde Schulden begleichen und dafür sorgen, dass das greifbare Eigenvermögen in die schwarzen Zahlen gelangt.
Wenn man als Anleger wissen möchte, ob die Führungsabteilung eines Unternehmens gut mit Geld umgehen kann, muss man nicht danach schauen, ob das Unternehmen Dividende ausschüttet. Man sollte darauf achten, ob sie über Bares verfügen, ob die Schulden verhältnismäßig niedrig sind und ob das greifbare Eigenvermögen hoch liegt. Ist das der Fall, weiß man, dass die Führungsetage bislang immer vernünftig mit dem Geld gewirtschaftet hat und ist es sehr wahrscheinlich, dass sie das auch in Zukunft tun wird. Wenn das Unternehmen dann obendrein noch Dividende ausschüttet und dem Anleger bereitet das ein gutes Gefühl, dann ist das ein schönes Extra und verschafft einem Sicherheit in Bezug auf die Ausschüttung zukünftiger Dividende.
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