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Wirtschaftliche Zahlen und Statistiken
Wenn ich mir Fernsehsender wie N24 und CNBC anschaue, fällt mir jedes Mal wieder aufs Neue auf, wie viel Aufmerksamkeit der Veröffentlichung von allerlei Wirtschaftszahlen geschenkt wird. Bei N24 höre ich häufig, dass "der heutige Tag spannend wird weil gleich die Wirtschaftszahlen von XYZ veröffentlicht werden". Bei CNBC erscheint kurz vor der Veröffentlichung einer Wirtschaftszahl jedes Mal in großen Buchstaben der Begriff "Breaking News!!" im Bild. Aber wie wichtig sind all diese Zahlen nun eigentlich?

Drei Gründe sie abzuschaffen
Ich habe letzten Monat in Marc Fabers "Gloom, Boom and Doom"-Bericht einen interessanten Leserbrief gelesen. Der Leser schrieb, dass es drei Gründe gäbe, warum Regierungen Wirtschaftsstatistiken führen:

  1. Die Regierungen wollen Gründe haben, in die Wirtschaft eingreifen zu können
  2. Sie wollen die Wirtschaft besser aussehen lassen als sie tatsächlich ist um damit ihr politisches Handeln in ein positiveres Licht zu rücken.
  3. Sie wollen die tatsächlichen Effekte der Inflation verbergen um damit die Ausgaben, die im Zuge der Inflation steigen (Renten, Arbeitslosengelder) unter Kontrolle zu halten.

Um nur kurz auf den letzten Punkt einzugehen: reden Sie doch mal mit Ihrer Familie, Ihren Freunden, Nachbarn und Kollegen und sagen Sie ihnen, dass ihre Lebenshaltungskosten im vergangenen Jahr nur um 1,6% gestiegen sind. Und achten Sie dann mal ganz genau auf ihre Reaktion!

Sir John James Cowperthwaite
Als Hong Kong 1961 noch eine britische Kolonie war, war Sir John James Cowperthwaite dort der Chef. Er ist der Mann, der dort den Kapitalismus eingeführt hat. Sir John weigerte sich Wirtschaftstatistiken anzulegen. Seiner Meinung nach führte dies nur dazu, dass allerlei Leute in Bürogebäuden sich in den freien Markt einmischen würden und das Ganze ins Verderben laufen würde. Britische Delegationen die die Lage Vorort erforschen sollten, wurden ohne jegliche Information zurück auf ihre Insel geschickt.

Zuerst 72% ärmer, jetzt 37%+ reicher
Er legte den Steuertarif auf 15% fest und machte keine Staatsschulden. Das Ergebnis: Der durchschnittliche Einwohner Hong Kongs war 1960 noch 72% ärmer als der durchschnittliche Brite. Im Gegensatz dazu war der Einwohner Hong Kongs 1997 (das Jahr in dem China die Kolonie übernahm) 37% reicher als der durchschnittliche Brite. Eine enorme wirtschaftliche Entwicklung! Und es sieht stark danach aus, als hätte Hong Kong diesen Vorsprung in den vergangenen 13 Jahren noch ausgebaut. Das Wirtschaftswachstum war hier nicht nur zum Vorteil der Reichen. Noch auffälliger ist, dass sich ungeachtet der Flat Tax (Einheitssteuer) von nur 15% insbesondere die Bevölkerung als Ganzes innerhalb der vergangenen 50 Jahre viel weiter entwickelt hat als die britische Bevölkerung.

Die Moral von der Geschichte
Wirtschaftszahlen bestehen (größten)teils aus Lügen und man benötigt überhaupt keine Wirtschaftsstatistiken um wirtschaftlichen Fortschritt zu verbuchen. Gleichzeitig können Anleger auf all diese Wirtschaftszahlen verzichten, denn die Sturmflut dieser Zahlen schlägt einem lediglich auf das Gemüt und die Börse würde sich ohne all diese Zahlen viel weniger nervös bewegen. Also: Abschaffen! Dann wären auch direkt einige dieser Bürogebäude voller Beamter überflüssig und gleichzeitig würde ein Teil der Sparmaßnahmen für die kommenden Jahre umgesetzt...