| Die Lügen regieren |
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"Euro slips as Moody's warns on Spain downgrade". Siehe da, der Titel eines Artikels in der Financial Times Anfang letzter Woche. Ein perfektes Beispiel dafür, wir traurig es manchmal um die Finanzmedien gestellt ist. Schon allein weil der Euro vergangenen Montag und Dienstag letzten Endes gestiegen ist.
Noch trauriger ist allerdings, dass man so viel Wert auf die Tatsache legt, dass einer Credit Rating Agency wie Moody's so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sie drohen zu einem Zeitpunkt mit einem Downgrade, zu dem bereits die ganze Welt weiß, dass es Spanien schlecht geht. Warum legen Sie dann jetzt noch einen oben drauf? Warum haben sie diese Warnung nicht vor einem Jahr herausgegeben? Das Ganze wird aber erst richtig traurig, wenn wir uns realisieren, dass Moody's und ihre Konkurrenten keine unabhängigen Instanzen sind, sondern einfache kommerzielle Unternehmen. Diese Unternehmen haben sich von Banken kaufen lassen, um wertlosen Anlageprodukten ein Triple-A Rating verpassen zu können. Diese Unternehmen sind darum wichtige Verursacher der Kreditkrise. Wenn dies nüchtern betrachten, müssten die Vorstände solcher Unternehmen im Gefängnis sitzen. Die Tatsache, dass den Äußerungen solcher Scharlatane jedes Mal so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird zeigt, dass nach der Kreditkrise wieder "business as usual" herrscht. Die Lügen regieren nach wie vor. Wir als Anleger dürfen darum niemals Schlagzeilen der Medien einfach so als Wahrheit hinnehmen. Zeitungen beschreiben uns nämlich häufig auf subtile Art und Weise den größtmöglichen Unsinn. Sogar eine Qualitätszeitung wie die Financial Times? |