| Das Jahr des Zorns |
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"Niemand muss mir erklären, wie komplex die Lösung dieses Problems ist. Wenngleich es im Grunde alles nicht schwer ist." Diese beispiellose Aussage stammt von der niederländischen Fußballlegende Johan Cruijff. Er äußerte sie im Zusammenhang mit den Problemen des Fußballvereins Ajax Amsterdam. Herrlich widersprüchlich und gleichzeitig genial weil es einfach nicht zu widerlegen ist. Cruijff ist für seine beispiellosen Aussagen in den Niederlanden so bekannt, dass er sogar regelmäßig in Studiengänge in den Bereichen Management- und Führungskompetenz zitiert wird. Seine Philosophie: komplexe Probleme müssen einfach gelöst werden.
Die derzeitige Wirtschafslage könnte man ebenfalls komplex nennen. Aber die Lösungen sind simpel. Irland, Griechenland und Portugal sind pleite. Genauso die Vereinigten Staaten. Diese Länder müssen sich dieser Situation stellen und bekannt geben, dass sie ihre Verpflichtungen nicht länger erfüllen können. Schwierig, aber gleichzeitig sehr einfach. Einfach, aber Politiker werden dies erst dann tun, wenn alle anderen "Lösungen" sich als keine Lösungen erwiesen haben und sie wirklich keine andere Wahl mehr haben. Regierungen können keine Banken retten. Und sie sollten auch nicht vorgeben, für Spargelder der Bürger garantieren zu können. Regierungen sind nicht einmal ausreichend erwachsen, um ihre eigenen Finanzhaushalte in Ordnung zu halten. Wenn eine Bank also pleitegeht, müssen wir das als Tatsache hinnehmen. Keine rettenden Engel. Bei anderen Unternehmen gibt es sie doch genauso wenig. Die kurzfristigen Folgen nur dieser beiden simplen Aussagen sind dramatisch. Westliche Banken und Regierungsinstanzen haben in den vergangenen 15 Jahren aber auch alles dafür getan, sodass die jetzige Situation als dramatisch bezeichnet werden kann. Es sind jedoch die einzigen Lösungen für langfristige Gesundheit. Lösungen ohne kräftige Schmerzen sind leider ausverkauft. Zuerst Steuergelder nutzen, um Banken zu retten und dann knallhart Sparen. Das ist das ideale Rezept für Bürgeraufstände. 2011 werden Sparmaßnahmen zum ersten Mal gut spürbar werden und vor allem die Preise für Nahrungsmittel und Energie werden stark zunehmen. Die Arbeiter- und Mittelklasse werden dadurch "gesandwicht". Wir vermuten stark, dass die Streiks, die wir in den vergangenen Monaten bereits in diversen EU-Ländern erlebt haben, nur der Anfang waren. 2011 wird das Jahr des Zorns. Zorn der Bürger, der sich insbesondere gegen Politiker und Bankiers richtet. In allen westlichen Ländern. Wir sehen dem Jahr 2011 als Bürger pessimistisch entgegen. Als Anleger hingegen stehen wir dem neuen Jahr optimistisch gegenüber. Es wird jedoch sehr wichtig, die Entwicklungen gut im Auge zu halten und dazu gehören auch die Strapazen der Politiker und Zentralbankiers. |