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Anlegen, spekulieren oder investieren? Für viele Privatpersonen ist das alles das Selbe. Die Redewendung, dass es an der Börse zugehe wie im Kasino, erklingt darum auch auf vielen Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten. Angesichts des Verhaltens vieler Anleger und der Haltung verschiedener Finanzinstitute und der Medien ist das auch nicht zu Unrecht der Fall. Die Börse ist kein Kasino, aber viele Anleger machen sie zu einem Kasino. Sie werden hierbei von Finanzinstituten und den Medien begeistert angefeuert. Diese Institute und die Medien verdienen nämlich am meisten an den Personen, die sich an der Börse tatsächlich verhalten, als säßen sie in einem Kasino.
Der Anleger verliert, die Broker und die Medien gewinnen
Bei jeder Transaktion bleibt Geld im System hängen. Bei jeder Transaktion verdient demnach der Sektor und verliert der Anleger. Ob Sie nun Gewinne oder Verluste fahren, der Sektor gewinnt sowieso bei jeder Transaktion. Dass also 90% der Anleger an der Börse strukturiert Geld verlieren ist umso ärgerlicher wenn man bedenkt, dass 100% der Transaktionen an der Börse den Banken oder Brokern Gewinne einfahren. Warum sollten Sie sonst wohl Mengenrabatt bei Brokern erhalten? Es geht nur darum, dass Sie an der Börse möglichst viel unternehmen. Das ist absoluter Irrsinn, aber es geht auch hier einzig darum, mehr Spekulanten an den Markt zu bekommen, die schnell und viel Handeln.
Eine Packung Milch
Letzte Woche hörte ich einen Kollegen etwas Nettes sagen: „Wie viel Arbeit ist es, eine Packung Milch zu produzieren? Warum muss dann das Eingeben eines elektronischen Orders an der Börse so viel teurer sein? Wie viel Arbeit steckt eigentlich genau in einem solchen Order, der innerhalb einer Sekunde ausgeführt ist?“
Denken Sie darüber ruhig einmal nach, wenn Sie bei Ihrem Broker wieder eine einzelne Option kaufen und dafür möglicherweise 15€ zahlen müssen. Das sind ganz schnell verdiente 14,50€ für Ihren Broker.
Geld am Roulette-Tisch
Daytrading, immer wieder neue Transaktionen, manchmal mehrere an einem Tag - Anlegen ist das nicht. Das ist ganz einfach Geld am Roulette-Tisch verspielen.
Wirkliches Anlegen, bei dem der Anleger den Jahresbericht liest und begreift, bei dem nach den grundlegenden Trends in der Wirtschaft und an der Börse geschaut wird, scheint selten geworden. Banken und Broker verdienen daran kaum. Die Methode wird darum auch nicht beworben. Im Gegenteil, sie wird wenn möglich sogar als veraltet, überholt und uninteressant abgetan.
Sie werden belogen!
Wenn wir uns nämlich einmal die Anlagenfonds der Banken anschauen, sehen wir, dass dort ganz andere Methoden angewandt werden, als jene, die Banken ihren Privatkunden andrehen wollen. Anlagenfonds führen oftmals Untersuchungen durch, schränken ihre Transaktionen ein und halten einmal eingenommene Positionen recht lange fest (wenngleich sie wieder andere Nachteile haben weil sie an den Börsenindex gebunden sind). Dennoch eine komische Sache! Es ist im Grund einfach. Banken, Broker und die Börse stimulieren Privatanleger viel zu Handeln und bewähren anschließend, mit der Einführung van Zock-Produkten nur auf eine Nachfrage des Marktes zu reagieren. Auch Finanzmedien sehen gerne Anleger die aktiv handeln. Solche Anleger sind an aktuellen Informationen und den neuesten Neuigkeiten nämlich sehr interessiert. Hohe Handelsaktivität bedeutet für den Sektor 'hohe Gewinne'.
Darum handeln Frauen besser
Die Tatsache, dass Frauen die besseren Anleger sind als Männer, ist zurückzuführen auf die einfache Tatsache, dass Frauen behutsamer Handeln und weniger Transaktionen tätigen.
Männer lassen sich verrückt machen und überlassen das Denken anschließend ihren Hormonen. Handeln, handeln, handeln! Dann erst hören viele Männer auf. Schade nur, dass viele dieser Aktionen kontraproduktiv und ganz einfach kostspielig sind.
Eine Möglichkeit Impulskäufe und –verkäufe zu verhindern ist die, Transaktionen im Vorhinein schwarz auf weiß festzulegen. Was ist ihre Motivation, warum wollen Sie eine bestimmte Transaktion durchführen, was wollen Sie erreichen?
Wollen Sie unterhaltsam oder gewinnbringend handeln?
Wann gewinnen oder verlieren Sie und was tun Sie danach? Legen Sie dies im Vorhinein fest und befolgen Sie eine Strategie. Sie werden sehen, dass Ihre Kosten dramatisch sinken werden und sehr wahrscheinlich werden Ihre durchschnittlichen Einkünfte auch stark zunehmen. Das alles entspricht der Wahrheit, aber… Handeln ist dann weniger unterhaltsam. Das stimmt schon. Sie müssen sich also entscheiden. Langweilig und mit einem zugrundeliegenden System handeln und dabei Gewinne einfahren oder unterhaltsam und spannungsvoll handeln und strukturiert Geld verlieren? Untersuchungen zu Folge verlieren 90% der Privatanleger Geld. Kein Zufall, dass dieser Prozentsatz auch ungefähr die Zahl derer widerspiegelt, die sich für das Glücksspiel und gegen vernünftiges Handeln entscheiden.
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