Ausstieg kostet einen Batzen geld

Wenn Sie mich bereits einige Zeit kennen, wissen Sie, dass ich nicht unbedingt viel von Politikern halte. Von Banken ebenso wenig. Wir müssen die Umstände unter denen Politiker arbeiten jedoch respektieren. Zudem arbeiten auch gute Leute bei Banken, die sehr gute Analysen machen. Die UBS hat neben ein Paar Analysten, die einen sehr anständigen Bericht über die Eurozone geschrieben haben, nun scheinbar einen „Rogue Trader“ angestellt.

Die UBS sagt, dass der Euro in seiner aktuellen Struktur nicht existieren dürfte, dass es jedoch gleichzeitig gesetzlich unmöglich sei, ein Land aus der europäischen Währungsunion zu schmeißen. Weiter heißt es, dass es gesetzlich unmöglich sei, aus eigenen Stücken aus der europäischen Währungsunion auszusteigen. Griechenland kann also nicht einfach so aus der Währungsunion geschmissen werden. Dazu müssten die 17 Euroländer den EU-Vertrag einstimmig abändern. Inklusive Griechenland. Ein normaler Politiker wird die aktuelle Gesetzgebung respektieren. Und das gehört sich auch so.

Natürlich kann ein Land eigenständig aus dem Euro austreten, aber das hätte schwerwiegende Konsequenzen. Die USB Analysten erklären darum haarklein, warum es ein schwaches Euroland ca. 10.500€ pro Bürger kosten würde, die europäische Währungsunion zu verlassen und dass es in den Jahren danach erneut 3.500€ pro Bürger und Jahr kosten würde. Weiter erklären sie, warum es ein starkes Euroland ca. 7.000€ pro Bürger kosten würde und in den anschließenden Jahren noch einmal ca. 4.000€ pro Bürger und Jahr. Das ist ein Haufen Geld! Es ist unmöglich, Ihnen alle Details zu nennen, aber im Folgenden erläutere ich Ihnen dennoch zwei wichtige Punkte.

Erstens verlässt man gleichzeitig die Europäische Union, wenn man als starkes Land aus der europäischen Währungsunion tritt. Das Land verlässt also auch die Europäische Freihandelszone und die anderen Länder verlangen dann Einfuhrzoll, durch den der Export des Austrittslandes zusammenbricht. Außerdem würde die neue Währung des Landes dem Euro gegenüber sofort kräftig im Wert steigen und das würde dem Exportsektor noch einen extra Schlag verpassen.

Zweitens hätten die Banken des Austrittslandes dann in der neuen, starken Währung Schulden, aber nach wie vor diverse Aktiva im dann noch schwächeren Euro. Das Land würde schon allein darum in Schwierigkeiten geraten. Weiter würden die Banken starke Verluste auf Staatsanleihen schwacher Euroländer leiden. Banken müssten also mit einer riesigen Menge Steuergelder aufrechterhalten werden. Die Staatsverschuldung eines starken Eurolandes würde nach dem Austritt so sehr in den Himmel schießen, dass das Land ein schwaches Nicht-Euroland werden würde.

Letzten Donnerstag habe ich in diesem Artikel geschrieben, dass es unvernünftig ist, sein gesamtes Geld in Euro zu führen. Wenn man nämlich über dieses Thema gut nachdenkt und weiterdenkt, gibt es für diejenigen, die die Entscheidungen treffen müssen, letztendlich nur eine denkbare Lösung und die lautet, riesige Mengen neue Euro aus dem Nichts zu drucken. Ich kaufe darum weiterhin insbesondere Gold und Silber. Ich hoffe, dass Sie das auch tun.

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