| Warum der Euro verdammt ist (1) |
| Dienstag, 14. September 2010 um 11:50 Uhr |
|
Ich habe letzte Woche einige sehr interessante Analysen gelesen. In einer ging es um eine ausführliche Erklärung darüber, warum der Euro fast dazu verdammt ist auseinander zu brechen. Ich halte dies für so wichtig, dass ich Ihnen diese Erklärung absolut mit auf den Weg geben möchte. Ich habe versucht, es so klar und deutlich wie möglich aufzuschreiben. Es könnte jedoch sein, dass es hier und da vielleicht kurz etwas kompliziert wird. Diese Woche Teil 1: Spanien ist der Dumme, und gar nicht mal so knapp
Wenn man also Wirtschaftswachstum realisieren möchte, muss die Regierung mehr Geld ausgeben oder Bürger und Unternehmen müssen mehr Geld ausgeben oder es muss mehr exportiert oder weniger importiert werden. Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Hierbei gilt für Regierung, Bürger und Unternehmen, dass sie, wenn sie denn dann mehr Geld ausgeben und dies größtenteils über Kredite tun, die Folgen hiervon einige Jahre später als Bomerang-Effekt aufgetischt bekommen. Die Folge von heftigen Einsparungen Jetzt wird die Regierung sparen und möchte dass das Haushaltsdefizit 2011 bei 7% liegt. Man wird 2011 also nur 69 Milliarden Euro mehr ausgeben als eingenommen wird. Die spanische Regierung wird 2011 also 24 Milliarden weniger ausgeben als 2010. Schlussfolgerung: Wenn Bürger und Unternehmen nächstes Jahr genauso viel ausgeben wie 2010 und wenn der Export und der Import so hoch bleiben wie 2010, wird die spanische Wirtschaft nächstes Jahr um 2,4% schrumpfen. Auf in eine neuen Rezession. Um eine Rezession zu verhindern, müssen Bürger und Unternehmen nächstes Jahr plötzlich sorgenfrei und optimistisch werden und 24 Milliarden Euro mehr ausgeben als 2010. Oder die spanischen Unternehmen müssen für 24 Milliarden Euro mehr exportieren und/oder weniger importieren. Und wenn das funktionieren würde, gäbe es immer noch nur Wirtschaftsstillstand. Rezession ist unvermeidbar Wir können darum nicht anders und müssen die Schlussfolgerung ziehen, dass die spanischen Sparpläne auf den ersten Blick kontraproduktiv sind und einzig zu einer kräftigen Rezession führen werden. Diese Rezession würde dann wiederum zu niedrigeren Steuereinnahmen führen und alles würde nur noch schwieriger werden. Die Regierung kann jedoch nicht auch weiterhin so viel Geld ausgeben. Dann nämlich explodiert die Staatsverschuldung und niemand würde der spanischen Regierung noch Geld leihen. Und Geld leihen zu können ist essentiell um das Rad am Laufen zu halten. Der große Unterschied zwischen Früher und Jetzt Durch den Euro ist dieser "Quick Fix" jetzt nicht mehr möglich. Ganze 80% des spanischen Exports gehen in andere Euroländer. Für die restlichen 20% müssen die Spanier auf einen Rückgang des Euro hoffen, aber das ist vorläufig nicht sehr wahrscheinlich. Die Länder im hohen europäischen Norden (insbesondere Deutschland) haben nämlich viel besser auf ihr Geld und auf ihre Konkurrenzposition geachtet und können darum jetzt sehr wohl auf einen blühenden Exportsektor zählen. Ich habe hier Spanien als Beispiel genannt, aber ich könnte hier genauso gut auch Portugal, Italien und Griechenland hinzufügen. Irland gehört eigentlich auch dazu, hat jedoch mehr Chancen weil die irische Wirtschaft mehr auf den Export in Länder außerhalb Europas gerichtet ist. Die einzig mögliche (theoretische) Lösung für Spanien Nächste Woche Teil 2: |