Europa im Herbst in Richtung neuer Schuldenkrise

Am Freitag habe ich noch ausführlich über die steigende Inflation in den USA und dessen Folgen berichtet. Heute beleuchten wir einmal Europa.

Auch in der Eurozone ist die Inflation inzwischen über das EZB Ziel von knapp unter 2% gestiegen.

 

 

Die EZB wird darum aufhören, Geld zu drucken. Steigt die Inflation weiter (wovon wir ausgehen), dann wird die EZB gezwungen sein, früher damit aufzuhören.

Infolgedessen steigen die Zinsen auf alle, aber insbesondere auf südeuropäische Staatsanleihen.

1.150 Milliarden Euro Einsparungen werden verschwinden
Einen wichtigen Punkt zu diesem Thema nannte Daniel Lacalle in einem Artikel, den Sie hinter diesem Tweet hier unten finden.

 

 

Die Euroländer haben in den vergangenen Jahren insgesamt mit 1.150 Milliarden Euro von den Zinsen profitiert, die die EZB gedrückt hat (auf Kosten der Sparkunden und Rentner).

Sobald die EZB ihre Finanzpolitik normalisiert, werden diese Einsparungen Schritt für Schritt verschwinden. Und dann werden Löcher in den Haushalten der Euroländer entstehen.

Wenn danach eine Rezession folgt, sind wir erledigt.

Italienischer Clash wird EZB machtlos machen
Die große Gefahr ist natürlich Italien. Man geht davon aus, dass die italienische Regierung diesen Herbst mit der EU clashen wird, wenn es um den Haushalt geht.

Italien wird viel mehr Geld ausgeben. Die aktuelle Regierung kann nicht anders, denn sie muss ihren vielfach schon jahrelang frustrierten Wählern gegenüber glaubwürdig bleiben.

Sobald dieser Clash eintritt, werden Anleger in Scharen ihre italienischen Staatsanleihen verkaufen. Die Zinsen für Obligationen werden daraufhin sehr schnell steigen.

Kaiser ohne Kleider
Das wird der Moment sein, in dem sich für die ganze Welt zeigt, dass die EZB nichts anderes tun kann, als machtlos zuzuschauen. Es wird sich zeigen, dass die EZB keine allmächtige Zentralbank ist, sondern eher ein Kaiser ohne Kleider.

Das wird der Moment sein, in den wir in Europa eine neue Schuldenkrise haben werden. Dann allerdings eine, bei der die „whatever it takes“ Aussage von Draghi nicht mehr helfen wird.

Fortsetzung folgt.

 

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