| Garantierter Verlust |
| Freitag, 07. Januar 2011 um 14:59 Uhr |
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"Belgier parken Rekordsumme auf Sparbüchern". Diese Nachricht las ich am Montag in einer belgischen Zeitung. Die Belgier haben im letzten Jahr ganze 23 Milliarden Euro auf ihre Sparbücher eingezahlt und haben damit ein Gesamtsparguthaben von 172 Milliarden Euro. Allein schon die einfache Tatsache, dass etwas so massenhaft geschieht, ist bereits ein erstes Zeichen dafür, dass es keine gute Idee ist.
Des Weiteren ist es auch frappant, dass so viele Menschen sich für einen garantierten Verlust der Kaufkraft entscheiden. Diese sparenden Belgier (in Deutschland ist es auch nicht anders) bekommen durchschnittlich 2% Zinsen und zahlen dafür dann auch noch 15% Steuern. Und das, obwohl die offizielle belgische Inflation im Dezember bei 3,1% lag. Das Sparguthaben dieser braven Sparer verliert damit jedes Jahr durchschnittlich 1,4% an Wert. Und das basiert dann noch auf die derzeitige Situation, während die Inflation eine steigende Tendenz verzeichnet. Noch frappanter ist allerdings, dass so viele Menschen ihr Geld denselben Banken anvertrauen, die das Geld ihrer Sparkunden bis 2008 in wertlos verpackte Hypotheken investierten, um so ihre eigenen Boni in die Höhe treiben zu können. Alles vergeben und vergessen? Wieder absolutes Vertrauen in Banken? Oder setzen die Menschen doch auf eine Regierung die Garant steht? Und das, obwohl die belgische Staatsverschuldung die 100% des BNP übersteigt? Im Dezember 3,1% Inflation, obwohl von der OECD für das Jahr 2010 ein Wirtschaftswachstum von 2% erwartet wurde. In Spanien stieg die Inflation im Dezember auf 2,9% und dort erwartete man für 2010 überhaupt kein Wirtschaftswachstum. Inflation ist in einem normalen Wirtschaftszyklus ein Phänomen, das bei einer überhitzten Wirtschaft auftritt. In Belgien und Spanien tritt gerade Inflation ein, obwohl es kein oder kaum Wirtschaftswachstum gibt. Das resultiert in einem wahren Albtraum. Dieser Albtraum heißt Stagflation. |