| Politiker die sich die Haare raufen |
| Montag, 14. Februar 2011 um 10:57 Uhr |
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Vergangene Woche gab Eurostat bekannt, dass die Produzentenpreise in der Eurozone im vorigen Dezember ganze 5,3% höher lagen als noch ein Jahr zuvor. Zwar liegen wir in Deutschland mit 5,1% noch gerade unter dem Durchschnitt, es geht aber dennoch schnell aufwärts. Im November nämlich lag die Zunahme noch bei 4,3%.
Preise steigen weiter und Produzenten müssen entweder niedrigere Gewinnspannen akzeptieren oder die gestiegenen Preise auf den Konsumenten abwälzen. Letzte Woche gab Unilever bereits bekannt, dass das Unternehmen seine Preise erhöhen wird. Das bedeutet, dass die Einkaufspreise für die Supermärkte steigen werden und dort sind die Gewinnspannen bereits so klein, dass sie keine andere Wahl haben, als auch ihre Preise zu erhöhen. In der Schweiz hat man übrigens nicht so viel Sorge durch allerlei Preissteigerungen. Dort stiegen die Produzentenpreise um lediglich 1,1%. Das hat alles mit der Tatsache zu tun, dass der Schweizer Franken 2010 im Vergleich zum Euro um satte 19% und im Vergleich zum Dollar um satte 11% zugenommen hat. Eine starke Wirtschaft führt zu einer starken Währung. Eine starke Währung führt zu einer starken Wirtschaft. Und andersherum. Ich vermute, dass insbesondere unsere Politiker sich die Haare raufen werden, wenn sie sich unsere schweizer Nachbarn anschauen. Hätten wir unsere gute alte D-Mark noch, dann hätten wir die erste Zinserhöhung vermutlich bereits hinter uns und die D-Mark würde ein Stück besser dastehen als der Euro. Und der deutsche Bürger hätte obendrein keine Probleme in Folge steigender Preise. In den Medien hören wir Politiker, Banker und Akademiker immer behaupten, dass der Euro uns lediglich Vorteile eingebracht hat. Und dass es eine "sehr schlechte Idee" wäre, sich vom Euro zu verabschieden. Ist doch komisch, dass Länder wie die Schweiz, Norwegen und Schweden es ohne diesen "enormen Vorteil" schaffen müssen und es dort dann auch noch besser läuft. Oder läuft es gerade darum besser? |