Ja, schicken Sie mir den GRATIS Report
"5 goldene Tipps mit Ewigkeitswert"

Email:
Symbolpolitik
Mittwoch, 13. April 2011 um 15:07 Uhr
Die EZB hat innerhalb einiger Tage zum einen Portugal dazu gezwungen, den EU-Notfonds zu beantragen und zum anderen hat sie den Leitzins erhöht. Ersteres tat sie, indem sie den portugiesischen Banken verbot, noch länger Staatsanleihen zu kaufen. Das macht es der portugiesischen Regierung unmöglich den Wertpapierkredit erfolgreich herauszugeben.

Die Leitzinserhöhung ist meines Erachtens nichts anderes, als Symbolpolitik. Das Mandat der EZB ist nun einmal das, dass sie die Inflation bekämpfen muss. Also musste Trichet ein Zeichen setzen, um so den Schein zu wahren. Wenn man allerdings bei 2,6% Inflation angelangt ist und man erhöht dann den Zins von 1% auf 1,25%, läuft man nach wie vor beispiellos hinter den Tatsachen her.

Noch einmal kurz zurück zur Leitzinserhöhung. Wir werden davon nicht allzu viel merken. Die meisten Spanier jedoch haben eine Hypothek, die an den zwölfmonatigen Euribor Tarif gebunden ist. Bis jetzt haben Spanier, die ihren Job behalten konnten in Folge der Krise eigentlich sogar Vorteile erfahren. Als Trichet 2008 den Leitzins rasend schnell auf 1% herabsenkte, sanken gleichzeitig die monatlichen Kosten der spanischen Hauseigentümer rasant.

Einer der Gründe, aus denen die Restaurants in Barcelona und Madrid nach wie vor gut gefüllt sind, ist der, dass die Spanier die Haus und Job haben in den vergangenen zwei Jahren eben mehr Geld zur Verfügung hatten. Jetzt steigen die Preise und die monatlichen Kosten und dadurch wird dann auch die Kaufkraft der Spanier kräftig sinken.

Es gibt jetzt also drei EU-Länder die theoretisch pleite sind. Für uns besteht kein Zweifel daran, dass Spanien der nächste Kandidat ist. Während in einer normalen Welt die Debitoren die Rechnungen begleichen würden (sie haben sich schließlich aus freien Stücken dazu entschieden, ihr Geld zu verleihen), werden es nun die europäischen Steuerzahler sein (Sie und ich also), die das aufgetischt bekommen.