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Wir haben Gold und Silber in den vergangenen Wochen schon viel Aufmerksamkeit geschenkt (hier finden Sie die früheren Artikel). Einerseits, weil wir es wichtig finden und unterstreichen wollen, dass die traditionelle Strategie, sein Geld sicher auf einem Sparbuch zu führen in den kommenden Jahren eben nicht sicher sein wird. Andererseits gibt es ganz einfach viel über Gold und Silber zu lesen, zu denken und damit auch zu berichten.
Stellen Sie sich vor, Sie möchten auf Gold "shorten"
Vergangenes Wochenende habe ich einen Bericht gelesen, in dem die Frage behandelt wurde, was passieren muss, damit der Goldpreis definitiv zu sinken beginnt.
Oder stellen Sie sich vor, Sie möchten auf einen sinkenden Goldpreis setzen; was müsste passieren, um damit Geld verdienen zu können?
Das ist interessant, denn andersherum zu denken, verleiht einem eine gute Perspektive. Ich nenne Ihnen im Folgenden zwei wichtige Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um den Goldpreis herabsenken zu können:
1. Die Finanzkrise muss definitiv beendet sein
Die Arbeitslosigkeit muss zurückgehen, Haushaltsdefizite müssen verschwinden, Zentralbanken müssen mit dem Gelddruck aufhören und die Wirtschaft muss ein gesundes Wachstum verzeichnen (also durch Wachstum im Privatsektor und nicht durch Regierungsausgaben).
2. Die realen Zinssätze müssen positiv werden
Wenn Sie derzeit Geld auf ein Sparbuch einzahlen oder eine fünf Jahre laufende Staatsanleihe kaufen, dann sind die Zinsen nach Abzug der Steuern und nach Abzug der tatsächlichen Inflation negativ. Negative Zinserträge halten Menschen von Sparbüchern fern.
Im Grunde müssten Politiker und Zentralbankiers also plötzlich vernünftig und mutig werden. Ländern, Banken und Unternehmen, die zu sehr über ihren Verhältnissen gelebt haben, sollten nicht geholfen werden und sie sollten Bankrott gehen. Gleichzeitig müsste die EZB die Zinssätze anheben. Selbstverständlich nur bei tatsächlicher Deflation (die von Zentralbankiers so gefürchtet wird). Die Folge könnte eine einige Jahre andauernde kräftige Depression sein und anschliessend dann wieder Licht am Ende des Tunnels.
Glauben Sie daran?
Ich nicht. Seit Ausbruch der Krise haben Politiker konsequent das Entgegengesetzte des schlichtweg Nötigen getan. Ein Loch wird mit einem anderem gestopft; ein Kredit wird genutzt, um einen anderen zu tilgen und am Ende wird der Gesamtschaden nur noch grösser. Die Amerikaner haben dafür eine grossartige Redewendung: "Kicking the can down the road". Nur dass "the can" mit jedem Mal, das man ihn "down the road" tritt, schwerer wird. Man kann ihn immer weniger weit schiessen und schliesslich bleibt das Ding eines Tages einfach liegen. Und dann ist es endgültig zu spät...
Alle Voraussetzung für einen kräftigen Anstieg
Das Fazit dieser Analyse ist darum auch folgendes: Es ist finanzieller Selbstmord, auf einen sinkenden Goldpreis zu spekulieren. Der Grund ist ganz einfach der, dass Politiker und Zentralbankiers auch weiterhin die perfekten Voraussetzungen für einen kräftigen Anstieg des Goldpreises schaffen werden. Darum ist es also clever, einen Teil unseres Geldes sicher in physischem Gold (und Silber) anzulegen.
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