Warum der Euro verdammt ist (2)

Ich habe in der vergangenen Woche einige sehr interessante Analysen gelesen. Eine befasst sich mit einer ausführlichen Erklärung darüber, warum der Euro geradezu dazu verdammt ist, auseinander zu brechen. Ich halte dies für derart wichtig, dass ich Ihnen diese Erklärung absolut nicht vorenthalten möchte. Ich habe versucht es so klar und verständlich wie möglich zu schreiben, aber es könnte sein, dass Sie hin und wieder sehr gründlich nachdenken müssen.

Diese Woche Teil 2:

Spanien ist der Dumme und der Euro wird der nächste sein
Letzte Woche zeigte ich Ihnen an Hand einer einfachen wirtschaftlichen Tatsache, warum die spanische Wirtschaft (und auch die der anderen PIIGS Länder) sich in einer ausweglosen Situation befindet (
Sie können den Artikel hier nochmals lesen). Die Schlussfolgerung dieser Analyse ist einfach: Wenn die spanische Regierung heftige Sparmaßnahmen treffen sollte, wird höchstwahrscheinlich eine Rezession eintreten. Damit würden Steuereinnahmen sinken und es würde noch länger dauern, bis das Haushaltsdefizit unter Kontrolle ist. Wenn die Regierung weiterhin genauso viel Geld ausgibt wie gehabt, wird sie an den Kapitalmärkten kein weiters Geld mehr leihen können. Eine ausweglose Situation.

Enorme Summen
Die Länder am Mittelmeer befinden sich in dieser Situation, aber das bedeutet nicht, dass das Problem nicht auch zu uns herüberschwappen könnte. In unserem gratis Bericht „Sei vorbereitet und habe einen Plan“ haben wir bereits erwähnt, wie viel Geld allein die deutschen Banken den PIIGS Ländern in Form von Staatsanleihen geliehen haben. Ganze 586 Milliarden Euro! Französische Banken ganze 911 Milliarden Euro und englische Banken haben den PIIGS Ländern 398 Milliarden geliehen.

Obligatorische Solidarität
Zum Teil ist es so, dass zum Beispiel die deutsche Regierung geradezu dazu verpflichtet ist, sich den PIIGS Ländern gegenüber solidarisch zu verhalten. Andererseits ist es jedoch auch so, dass viele Deutsche es mehr als satt sind, andere Länder zu unterstützen die es selber vermasselt haben. Ein deutscher Leser der Financial Times schrieb in einem Leserbrief zum Beispiel, dass viele Deutsche die Nase voll davon haben, gemeinsam mit Ländern wie Griechenland oder Frankreich in einer Währungsunion zu stecken. In Griechenland streiken Beamte massenhaft, weil sie nicht mehr mit 50 Jahren in Rente gehen können und in Frankreich wird gestreikt, weil das Renteneinstiegsalter von 60 auf 62 Jahre erhöht werden soll. Viele Deutsche wollen zurück zur D-Mark und betrachten die Schweiz als Vorbild für ein Land, das seine eigene, superstarke Währung besitzt und einen starken Exportsektor hat.

Abschaffung des Euro?
Die Frage ist nun, was geschehnen wird, wenn die Probleme der PIIGS Länder sich als unüberwindlich herausstellen. Einerseits würden diese Länder lieber ihre eigene Währung haben weil sie diese dann abwerten könnten um dem Export einen Anstoß zu geben. Andererseits hätten die nördlich gelegenen Länder keine Lust den Süden zu unterstützen. Beide Aussichten sprechen für eine Abschaffung des Euro. Die Banken aber gingen in einer solchen Situation enorme Risiken ein, für die die Steuerzahler am Ende wieder geradestehen müssten.

Für ein Übel entscheiden
Die Politiker werden auf jeden Fall heiße Füße bekommen. Und wenn das passiert, sollte man besser auf die verrücktesten Dinge vorbereitet sein. Der Euro könnte ohne weiteres auseinander brechen. Wenn die Politik einen kühlen Kopf behält und der Euro weiter existiert, wird sie keinen anderen Ausweg sehen, als die südlichen EU-Länder finanziell zu unterstützen. Die Geldpressen müssten hierfür auf vollen Touren laufen. Welches der beiden Szenarien auch eintreten mag, wir als Bürger werden ganz schön daran zu knacken haben.

 

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