Zunehmende Aufmerksamkeit für Gold als sicherer Hafen

Ende 2012 habe ich in diesem Artikel geschrieben, dass die Zentralbanken es immer eiliger haben, den Goldvorrat aus New York, Toronto, Paris oder London ins eigene Land zurückzuholen und dort aufzubewahren.

Ich schrieb unter anderem Folgendes:

Wäre ich z.B. Wolfgang Schäuble, dann hätte ich große Angst, dass in Fort Knox nicht ausreichend Gold liegt. Ich würde das deutsche Gold darum zurück nach Deutschland holen, bevor andere Länder das Gleiche tun. Denn wer zuletzt kommt, könnte vielleicht zu hören bekommen, dass das Gold ganz einfach weg ist.

In den vergangenen Wochen gab es unterschiedliche Entwicklungen, die darauf schließen lassen, dass physisches Gold von Zentralbankern, Politikern und den gängigen Medien immer häufiger als wichtiger, sicherer Hafen betrachtet wird.

122 Tonnen Gold zurück in die Niederlande
Die niederländische Zentralbank hat 122 Tonnen Gold aus den USA zurück ins eigene Land geholt. Klammheimlich. Offiziell möchte die niederländische Zentralbank dadurch eine gelichmäßigere Verteilung auf die unterschiedlichen Orte erzielen. Das ist natürlich ganz bewusst aus den Fingern gesogener Unsinn.

Der wahre Grund ist viel interessanter, aber den kennen wir aktuell noch nicht. Ich kann mir allerdings sehr gut vorstellen, dass in anderen Ländern ein noch größerer Druck entstehen wird.

Schweizer Referendum
Auch darüber haben Sie sicherlich schon etwas gelesen. Wenn die Schweizer am kommenden Sonntag mit JA stimmen, muss die Schweizerische Nationalbank (SNB) mal eben 1.500 Tonnen physisches Gold kaufen und das im Ausland aufbewahrte Gold zurück in die Schweiz holen. Außerdem darf die SNB zwar Geld drucken, aber sie muss 20% jedes gedruckten Franken in physisches Gold umsetzen. Und das Land darf nie wieder ein Gramm Gold verkaufen.

Und ein JA wird vermutlich eine Schockwelle verursachen. Am Goldmarkt und am Währungsmarkt.

Aktuell sieht es allerdings so aus, als würden die Schweizer mit NEIN stimmen. Zu viele Menschen befürchten (zu Recht), dass der Schweizer Franke bei einem JA-Votum zu schnell steigen und der wirtschaftliche Schock zu groß sein würde.

Es darf allerdings davon ausgegangen werden, dass ein großer Teil der (laut letzten Schätzungen) 47% NEIN-Wähler dem Protest gegen die SNB-Politik zwar zustimmen, die vorgeschlagene Lösung jedoch für zu drastisch halten.

JA oder NEIN – Das schweizer Referendum verschafft Gold weltweite Aufmerksamkeit als sicherer Hafen.

Greenspan
Ich habe in diesem Artikel über Greenspans Bekenntnis berichtet, dass eine Zentralbank kein unabhängiges Organ sei. Seine jüngsten Aussagen über Gold erhielten insbesondere in den amerikanischen Medien die nötige Aufmerksamkeit.

Er sagte, Zentralbanken hätten einen guten Grund für den Besitz von Gold, weil dies das einzige Geld sei, das tausende Jahre wertbeständig geblieben ist. Zudem geht er davon aus, dass Gold in ein paar Jahren measurably higher notieren wird.

Jemals einen (Ex-) Zentralbanker so etwas über Gold sagen hören?
Ich zumindest nicht!

Und dann noch Duisenberg
Während einer Fernsehreportage über das schweizer Referendum habe ich Archivbilder von Wim Duisenberg (Ex-Präsident der Europäischen Zentralbank) im Goldtresor der niederländischen Zentralbank gesehen. Seine damalige Bemerkung sagt alles:

Gold besitzt man, wenn Not am Mann ist.

Wie sehr vertrauen Sie dem Finanzsystem?
Duisenberg machte diese Bemerkung in den 90er Jahren in Zeiten des Wirtschaftsaufschwungs. Als wirklich jeder voll und ganz an das Finanzsystem glaubte, gab er jedem den versteckten Rat, dass man auch etwas Gold besitzen sollte. Für Zeiten, in denen Not am Mann ist.

Mein Rat
Denken Sie darüber nach, wie sehr Sie dem heutigen Finanzsystem vertrauen. Oder ob Sie an einen wertbeständigen Euro glauben. Und entscheiden Sie dann, wie viel Ihres Ersparten Sie in Gold und/oder Silber umsetzen.

Wie Sie vielleicht schon wissen, traue ich persönlich dem Finanzsystem sehr wenig. Ich habe daher auch recht viel physisches Gold und Silber und ich werde auch weiterhin in Etappen hinzukaufen. Hier finden Sie die Goldanbieter, die ich für die besten halte.

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Sucht Deckung

Vorgestern habe ich auf meiner Twitter Seite einen Tweed mit einem Link veröffentlicht, hinter dem sich ein Video versteckt, in dem Sie den ehemalige Fed Vorsitzenden Alan Greenspan höchstpersönlich hören sagen, dass die USA ihre Schulden immer begleichen werden, weil sie schlicht und ergreifend entscheiden können, Geld zu drucken.

Die Aussage zeugt von erschreckender Dummheit oder von vorsätzlicher Irreführung. Im Grunde hat Greenspan natürlich Recht. Er sagt jedoch nicht, dass die Dollar, die die Vereinigten Staaten am Ende der Laufzeit zurückzahlen aufgrund der Gelddruckerei viel weniger Wert sein werden. Wenn man die Aussage übersetzt, schreit sie uns entgegen:„Kauft Gold und Silber!“

Die EZB hat letzte Woche für ganze 22 Milliarden Euro vor allem italienische und spanische Staatsanleihen gekauft. Sobald sie den Kauf beendet, wird der Zins auf diese Anleihen wieder steigen. Sie können also nicht aufhören und sind im Grunde dabei Geld zu drucken. Auch diese Meldung schreit uns entgegen:„Kauft Gold und Silber!“

Die Fed verspricht, dass die Zinsen noch mindestens zwei Jahre lang bei 0 – 0,25% bleiben werden. Außerdem erklärte Bernanke, dass die Fed „is prepared to employ its policy tools as appropriate“. Letzteres bedeutet auf Zentralbankerisch:„Wir sind bereit die Geldpressen anzuschmeißen“. Auch diese Nachricht schreit uns entgegen:„Kauft Gold und Silber!“

Ich werde es ein wenig weiter ausführen. Oben genannte Meldungen schreien uns entgegen: „Sucht Deckung, denn wir werden den Wert des Euro und Dollar systematisch aushöhlen, um auf diese Weise die Last der turmhohen Schulden auf Euren Tisch und auf den Tisch all der anderen zu legen, die in den vergangenen Jahren sehr wohl verantwortungsbewusst mit ihrem Geld umgegangen sind!“

 

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Verursacher die “Problemlöser” werden

In dieser Woche hörten wir die Nachricht, dass die Amerikaner die Banken und Finanzmärkte mehr überwachen werden. Ein ausgesandter Beobachter unter der Leitung des Finanzministers Geithner wird dies bewerkstelligen und es gibt erweiterte Befugnisse für die Federal Reserve.

Das verrückte ist, dass die Federal Reserve überhaupt keine Regierungsinstanz ist, nun aber Aufgaben bekommt, die eigentlich einer Regierungsinstanz innewohnen. Hier wird im Senat und im Abgeordnetenhaus wohl noch nicht das letzte Wort drüber gesprochen sein.

Zwei Hauptschuldige
Des Weitern wird nochmals bewiesen, dass es gerade die zwei Hauptschuldigen der Krise sind, die jetzt verhindern müssen, dass es erneut geschieht. Geithner war bereits 15 Jahre lang bei allen Entscheidungen, die dafür sorgten, dass Banken unkontrolliert ihren Weg gehen konnten miteinbezogen. Der ehemalige Federal Reserve vorsitzende Alan Greenspan ist der absolute Hauptschuldige dieser Krise, und sein Nachfolger Bernake hat sehr engagiert sein Bestes dafür gegeben, dass wir die Krise noch lange nicht wieder los sind.

Und ausgerechnet Bernake und Geithner müssen nun dafür Sorge tragen, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passieren soll. Obama sagte in einem Interview: ”Wir machen nichts anderes, als die Unordnung beiseite zu räumen, die wir zu Beginn vorgefunden haben”. Diese Lüge wäre wahr, wenn er andere Menschen um sich versammelt gehabt hätte.

Deutschland
Ungefähr 40% der weltweiten Schrotthypotheken wurden von deutschen Banken gekauft. Ungefähr 800 Milliarden Euro. Bundeskanzlerin Merkel zeigte vor einigen Wochen mit einem beschuldigenden Zeigefinger auf die Zentralbanken, die viel Geld kreieren. Im Prinzip zu Recht, wenn man nicht selber gerade eine Art Rummelbank errichtet hätte, auf der Banken hunderte Milliarden regelrechter Müll loswerden können.

Peer Steinbrück
Ein wichtiger Faktor für die deutschen Probleme ist der, dass die damals in Geld schwimmenden Landesbanken ab 2001 uneingeschränkt Schulden machen durften, für die der Staat bürgte. Die Landesbanken haben den größten Mist gekauft. Auch für Deutschland gilt, dass der derzeitige Finanzminister einer der Schuldigen ist. Peer Steinbrück hat das Gesetz, das den Landesbanken die Freiheit gab zu tun, was sie wollten, mit verabschiedet. Auch in Deutschland bekommt der Verursacher die Rolle des “Lösenden” zugeteilt.

Kann unmöglich gut gehen
Jeder nüchtern denkende Mensch weiß es. Um ein Problem lösen zu können, muss man die Verursacher beiseite räumen und neuen fähigen Menschen die Verantwortung überlassen das Problem zu lösen. In mehreren Ländern der Welt geschieht genau das Gegenteil. Die Verursacher dürfen die Rolle der Lösenden spielen. Jeder klar denkende Mensch weiß, dass es unmöglich ist, dass das gut geht.

 

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