Viele Fragen zur größten Seifenblase seit Jahren (4)

Wir bekamen insbesondere nach Veröffentlichung dieses Artikels viele Fragen zu unserer Überzeugung, dass der amerikanische Anleihenmarkt eine Seifenblase ist, die jeden Augenblick zerplatzen könnte.

In den vergangenen Wochen haben wir schon drei Fragen beantwortet. In unserem Blog können Sie lesen, warum der Vergleich zwischen Japan und den USA völlig schief geht, warum der Zinsentscheid der Fed unabhängig vom Zins für Staatsanleihen mit langer Laufzeit ist und warum der Kauf der Staatsanleihen durch Bernanke eher kontraproduktiv ist (so wie alles, was Bernanke tut).

Heute die vierte Frage:

Es gibt auch viele ‚Spezialisten‘, die behaupten, dass uns eine kräftige Deflation bevorsteht. Was passiert, wenn sie Recht haben?

Antwort: Zu allererst möchte ich Ihnen kurz mitteilen, dass ich ein sehr großer Befürworter einer Deflation bin. Lesen Sie diesen Artikel.

Und dann die aktuellen Tatsachen. Die Krise hat im Jahr 2008 angefangen und vorläufig stecken die USA in einer Inflation. Sogar die offizielle, stark manipulierte Inflationszahl lag im Juli bei 3,6%. Der Grund dafür steckt natürlich im massenhaften Gelddruck, der seit dem Ausbruch der Krise stattfindet.

Deflation um jeden Preis verhindern
Und dann noch zwei Aussagen von Leuten, die ich als wirkliche Spezialisten betrachte:

  • Jim Rogers: „The Fed will print money until the world runs out of trees.“
  • Marc Faber: „Bernanke will announce QE3. After that QE4. And then QE5. And he will go all the way to QE18.“

Der Grund, aus dem diese beiden Superanleger so etwas sagen, ist einfach. Politiker und Zentralbanker wollen Deflation um jeden Preis verhindern. Sie brauchen Inflation. Inflation sorgt für ein zunehmendes BNP bei gleichbleibender Staatsverschuldung. Inflation ist das Mittel, mit dem die Staatsverschuldung als % des BNP unter Kontrolle gehalten wird.

Bankrott unumgänglich
Bei Deflation geschieht also das Gegenteil. Vor allem wenn man, wie die USA, satte 65% mehr Geld ausgibt, als man einnimmt, wird die Staatsverschuldung als % des BNP nur noch schneller steigen. Das Vertrauen der amerikanischen Anleihen Anleger wird dann nur noch schneller abnehmen. Bei Deflation wird ein offizieller Bankrott Amerikas unumgänglich werden. Anleihen Anleger werden dann am Ende der Laufzeit ihr Geld nicht zurückbekommen.

Unser Fazit
Wir glauben, dass Bernanke es noch jahrelang schaffen wird, Inflation zu kreieren. Er wird bis zum bitteren Ende Geld drucken. Außerdem wäre Deflation für unsere Anleihenstrategie noch besser. Deflation würde nämlich dazu führen, dass Anleihen Anleger die Angst spüren würden, dass sie das Geld, das sie den USA geliehen haben, überhaupt nicht mehr zurückbekommen werden.

Hunderte Prozent Gewinn
Wir erwarten darum am amerikanischen Anleihenmarkt auch griechische Zustände. Ein Zins, der langfristig bis weit über 10% steigt. Das würde bedeuten, dass wir mit dem Zerplatzen der Seifenblase hunderte Prozent Gewinn machen werden.

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Garantierter Verlust

Belgier parken Rekordsumme auf Sparbüchern„. Diese Nachricht las ich am Montag in einer belgischen Zeitung. Die Belgier haben im letzten Jahr ganze 23 Milliarden Euro auf ihre Sparbücher eingezahlt und haben damit ein Gesamtsparguthaben von 172 Milliarden Euro. Allein schon die einfache Tatsache, dass etwas so massenhaft geschieht, ist bereits ein erstes Zeichen dafür, dass es keine gute Idee ist.

Des Weiteren ist es auch frappant, dass so viele Menschen sich für einen garantierten Verlust der Kaufkraft entscheiden. Diese sparenden Belgier (in Deutschland ist es auch nicht anders) bekommen durchschnittlich 2% Zinsen und zahlen dafür dann auch noch 15% Steuern. Und das, obwohl die offizielle belgische Inflation im Dezember bei 3,1% lag. Das Sparguthaben dieser braven Sparer verliert damit jedes Jahr durchschnittlich 1,4% an Wert. Und das basiert dann noch auf die derzeitige Situation, während die Inflation eine steigende Tendenz verzeichnet.

Noch frappanter ist allerdings, dass so viele Menschen ihr Geld denselben Banken anvertrauen, die das Geld ihrer Sparkunden bis 2008 in wertlos verpackte Hypotheken investierten, um so ihre eigenen Boni in die Höhe treiben zu können. Alles vergeben und vergessen? Wieder absolutes Vertrauen in Banken? Oder setzen die Menschen doch auf eine Regierung die Garant steht? Und das, obwohl die belgische Staatsverschuldung die 100% des BNP übersteigt?

Im Dezember 3,1% Inflation, obwohl von der OECD für das Jahr 2010 ein Wirtschaftswachstum von 2% erwartet wurde. In Spanien stieg die Inflation im Dezember auf 2,9% und dort erwartete man für 2010 überhaupt kein Wirtschaftswachstum. Inflation ist in einem normalen Wirtschaftszyklus ein Phänomen, das bei einer überhitzten Wirtschaft auftritt. In Belgien und Spanien tritt gerade Inflation ein, obwohl es kein oder kaum Wirtschaftswachstum gibt. Das resultiert in einem wahren Albtraum. Dieser Albtraum heißt Stagflation.

 

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Erschreckende Staatsverschuldungen und Haushaltsdefizite

Am letzten Donnerstag veröffentlichte Eurostat Zahlen, die darlegen, wie hoch die Haushaltsdefizite aller EU Länder 2009 lagen und wie hoch die Staatsverschuldung war. Diese Zahlen sind erschreckend.

Die Griechen setzen dem Ganzen mit einem Haushaltsdefizit von ganzen 13,6% des BNP und einer Staatsverschuldung von 115% natürlich die Krone auf. In einem anderen Newsletter habe ich bereits einmal geschrieben, dass es unsinnig ist, diese Zahlen einzig und allein am BNP zu messen, denn dem unwissenden Publikum scheinen diese Zahlen viel niedriger als sie es tatsächlich sind.

Die griechische Regierung verfügte 2009 insgesamt über 88 Milliarden Euro Steuereinnahmen und gab ganze 120 Milliarden Euro aus. Die griechische Regierung gab im letzten Jahr also 32 Milliarden oder anders ausgedrückt 36% mehr Geld aus als hineinkam. Wenn die Griechen nicht drastisch einsparen, wird das Hilfspaket von 30 Milliarden Euro innerhalb eines Jahres verbraucht sein und dann haben wir wieder exakt dasselbe Problem. Die griechische Staatsverschuldung betrug am 31. Dezember 273 Milliarden Euro. Dies entspricht dem dreifachen von dem, was 2009 in die Staatskasse hinein floss.

Deutschland
2009 verfügte Deutschland über Steuereinnahmen in Höhe von 1066 Milliarden Euro, während insgesamt 1145 Milliarden Euro ausgegeben wurden. Das ließ die Staatsverschuldung noch einmal in die Höhe schnellen, denn diese Verschuldung lag Ende des letzten Jahres bei ganzen 1762 Milliarden Euro bzw. 73% des BNP.

Damit steht der Deutsche Staatshaushalt wesentlich besser da als der Haushaltskasse der Problemländer. Allerdings würde auch dieses kleine Trostpflaster mich nicht fröhlich stimmen wenn ich privat mein Finanzhaushalt vergleichsweise führen wurde angesichts des gleichen Verhältnisses zwischen Einnahmen, Ausgaben und Nettovermögen.

Genau das gleiche Szenario sehen wir in vielen anderen Ländern. Neben Belgien (97%) befinden sich Griechenland (115%) und Italien (116%) auf den drei Spitzenpositionen der Europäischen Union wenn es darum geht, wer die höchste Staatsverschuldung innehat. Wenn wir uns die Haushaltsdefizite anschauen, liegen Irland (14,3%), Griechenland (13,6%) und Groß Britannien (11,5%) ganz vorne. Je höher das Haushaltsdefizit, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Staatsverschuldung in den kommenden Jahren steigen wird.

Mangel an Dringlichkeit
Der Mangel an Führung und Dringlichkeit ist riesengroß. In etwa alle europäischen Länder sind die Staatsausgaben in wenigen Jahren enorm angestiegen. Die Politiker melden jetzt, dass sie jedoch mehrere Jahre brauchen um ein Bruchteil dieser starken Zunahme zurückzuschrauben. Unter anderem damit „die Konjunkturerhohlung“ nicht gefährdet wird. Die Staatsverschuldung wird nur noch mehr steigen und die Zinslasten werden sich bei den bald steigenden Zinssätzen wie eine Schlinge um den Hals legen.

Schmerzen und Anstrengung
Der Mangel an Dringlichkeit ist in jedem EU Land spürbar. Wenn man etwas erreichen will, muss man selber bereit sein, eine gewisse Zeit zu leiden. Egal, ob es um den Abschluss des Studiums, eine sportliche Bestleistung, eine Diät, die Neugründung einer Firma oder eben um den Wiederaufbau des Finanzhaushaltes geht. Aufopferung, Schmerzen und Anstrengung sind die Grundvoraussetzungen. In Europa sind wir nicht bereit kurzweilig Schmerzen zu leiden; wir möchten uns schon gar nicht aufopfern. Das führt dazu, dass der Schmerz langfristig betrachtet nur noch größer werden wird.

 

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