Handeln basierent auf Fernsehbilder

Letzte Woche ist eine sehr heftige Woche gewesen. Ist es ein “Fehler” gewesen der den Dow letzte Woche Donnerstag auf einmal so hat absinken lassen, oder war es geplant von einer Partei die nur einmal schauen wollte ob man nicht ein bischen mehr Bewegung in den Markt bringen könnte? Damit lässt sich natürlich auch auf verschiedene Arten viel Geld verdienen. Wie auch immer, der Markt war offen für Panik.

Die live Bilder von den Krawallmachern und der Polizei in Athen liessen den Adrenalinpegel von Händlern in die Höhe schiessen. Bei jedem Polizeieinsatz sah man die Börse weiter nach unten sacken.
Alles wurde auf Eis gelegt als es wieder zu Unruhen kam. Hiermit kann keine Big Brother oder X-Faktor Show konkurrieren. Alle die eigentlich hätten arbeiten müssen konnten hatten hier ihren Spass dran. Händler waren nicht bei der Arbeit sondern schauten Fernsehen. Die Börse reagierte dann auch nicht auf ekonomische Tatsachen, sondern nur auf das was die Händler im Fernsehen sahen.

Lieber Märchen als Realität
Das werden wir auch in Zukunft noch öfter sehen. Die Unruhe wird nämlich zunehmen. Natürlich wissen die Griechen das die Ökonomischeparty vorbei ist. Sie wollen es nur noch nicht zugeben und hoffen mit Gewalt ihre Politiker, die auf einmal sehr real wurde, zu überzeugen doch wieder weiter zu machen mit dem Märchenerzählen. Das wollen wir doch viel lieber hören als die Realität.
Demokratie funktioniert in einer stabilen, wachsenden Wirtschaft. Wenn die Wachstumsgrenzen erreicht werden, dann sehen wir das die Demokratie den Karren in den Dreck zieht, das ein sehr tiefes Tal folgt, oft zusammen mit einem Krieg. Danach kann die Demokratie wieder jahrzehntelang weiter funktionieren.

Demokratie führt über kurz oder lang zu Chaos
Das Chaos hat gerad erst angefangen. Die Demokratie wird das Chaos noch enorm wachsen lassen. Nicht weil die Politiker unbedingt verkehrt sind, aber weil wir rein demokratisch die verkehrten Politiker wählen. Politiker die den Karren noch weiter in den Dreck ziehen, weil die wählende Bevölkerung lieber weiter in ihrem Märchen leben möchte. Leider muss man keine Prüfung machen bevor man wählen darf. Und es gibt auch leider für Politiker keine Prüfung. Das einzige was man braucht, sind genügend Stimmen. Erzähl die schönsten Märchen und die Stimmen kommen von ganz alleine.

 

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Ein eklatanter Mangel an Qualität

In den Niederlanden ist die Regierung am letzten Freitag gestürzt. Grund hierfür ist ein Diskussionspunkt, zu dem bereits vor zwei Jahren klare Absprachen getroffen wurden. Dementsprechend sollte es derzeit keinerlei Anlass geben, dieses Thema erneut zu diskutieren. Einzig Politiker kriegen es hin, Rechtfertigungen zu erfinden, die es ermöglichen, einst beschlossenen Absprachen nicht mehr nachkommen zu müssen. Sie sorgen mit ihren Entscheidungen dafür, dass Sachlagen, die im Grunde sehr einfach sind, doch wieder kompliziert werden.

Und das alles, obwohl dort gerade eine Wirtschafts- und, genau wie bei uns in Deutschland, eine Budgetkrise herrscht (in diesem Artikel nachzulesen). Unternehmer fordern darum auch lauthals Stabilität für das Land, aber die Politiker verstehen sie nicht. Sie sind zu sehr damit beschäftigt sich zu streiten.

Ein 240 Jahre altes Zitat
Als ich in der vergangenen Woche die Nachrichten zur niederländischen Regierungskrise las, musste ich an ein Zitat des schottischen Anwalts und Autors Alexander Fraser Tytler aus dem Jahre 1770 denken, dass ich zufällig einmal in einer Publikation gelesen habe. Es lautet wie folgt:

Eine Demokratie ist per Definition von eingeschränkter Dauer. Sie kann ganz einfach nicht als permanente Regierungsform bestehen. Eine Demokratie bleibt so lange bestehen, bis die Wähler dahinter kommen, dass sie für großzügige Geschenke aus der Schatztruhe die sie selber erreichen sollen, jemanden wählen können. Ab diesem Augenblick entscheidet sich die Mehrheit der Wähler für den Kandidaten, der ihnen das meiste Geld aus der Schatztruhe verspricht. Als Ergebnis bricht jede Demokratie in Folge eines Mangels an fiskalischer Disziplin am Ende zusammen.

In diesem Zitat ist die Rede von fiskalischer Disziplin. Man könnte dies auch auf Disziplin im Algemeinen ummünzen. Ein Mangel an Disziplin entsteht aus einem Mangel an Qualität innerhalb der Politik. Den Menschen selbst muss man dies übrigens nicht übel nehmen. Dieser Qualitätsmangel schleicht sich langsam in ein System ein wenn es zu lange gut geht und nach und nach immer mehr Menschen eigene finanzielle Vorteile als entscheidendes Wahlkriterium hantieren.

Es geht schon zu lange gut
In Europa läuft es seit 1945 gut. Ein historischer Rekord. Die Frage, die sich bei mir auftut ist folgende: „Wann wird es das nächste Mal gründlich in die Hose gehen?“ Niemand kann das genau sagen. Historisch betrachtet muss es jedoch bald gründlich schief gehen, denn der Mensch verändert sich im Laufe der Jahrhunderte kein Stück. Bis zu dem Moment, in dem es schief gehen wird, wird sich die Qualität der Politiker und damit die Führungsqualität westlicher Demokratien stets weiter verschlechtern.

Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass die wirklich guten Leute in der freien Wirtschaft viel mehr Geld verdienen können, viel mehr Erfüllung in ihrer Arbeit finden und allesamt keine Lust haben, sich in das tägliche, im Grunde überflüssige politische Hickhack zu stürzen.

Eine wichtige Feststellung für uns Anleger
Ein einfache, aber wichtige Feststellung für uns Anleger. Folgende Argumentation bietet uns ein gutes Stück Sicherheit und Orientierung:

Je länger es einem Land gut geht, desto schlechter ist die Qualität der Regierung.
Je schneller es schief läuft, desto höher ist die Qualität der Regierung.

Damit es für Sie einleuchtend ist: In China läuft es erst seit rund dreißig Jahren gut und der Schmerz, das Elend und die Armut der 70er Jahre ist dort in den Gedächtnissen noch viel präsenter als es in West -Europa bei uns ist. Der „Drive“ ist dort viel größer. In China wird natürlich dasselbe geschehen wie bei uns im Westen. In rund dreißig Jahren wird es dort auch zu lange gut gegangen sein. Auch die Chinesen werden dann die Folgen einer schlechten Führung zu spüren bekommen. Uns Anlegern bleiben dementsprechend noch gut 25 Jahre um von der wachsenden asiatischen Wirtschaftsdominanz zu profitieren…

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