Chinesische Zentralbank tritt auf die Bremse

Die chinesische Zentralbank hat gestern sanft auf die Bremse getreten und ein dreimonatiges Depositum für 1,368% herausgegeben. Das ist 0,04% höher als vergangene Woche. Ein klares Signal dafür, dass die Chinesen sich wegen des schnellen Aufschwungs Sorgen machen und einer Überhitzung der chinesischen Ökonomie vorbeugen wollen.

In China vergaben die Banken im letzten Jahr viele Kredite und die Immobilienpreise sind stark gestiegen. Im November kostete ein Haus durchschnittlich 5,7% mehr als im Jahr zuvor. Des Weiteren sorgt sich die chinesische Zentralbank wegen der zunehmenden Inflation als Folge der steigenden Öl- und Rohstoffpreise.

Die chinesische Ökonomie wuchs im dritten Quartal um 8,9% und hierbei handelt es sich um einen starken Aufschwung im Vergleich zum 6,1%igen Wachstum des ersten Quartals. Auch wegen dieses schnellen Aufschwungs macht man sich Sorgen über überzogene Förderungen. Der Markt geht davon aus, dass die chinesische Zentralbank die Zinsen in diesem Jahr um ein halbes Prozent auf 5,8% erhöhen wird.

Die westlichen Zentralbanken grübeln nun: Wenn sie die Zinsen zu früh erhöhen, stagniert die frühzeitige Wirtschaftserholung, die noch nicht von den Konsumenten getragen wird. Wenn sie zu spät sind, laufen sie einer zunehmenden Inflation hinterher. Die steigenden Rohstoffpreise streuen Sand in das Getriebe der westlichen Wirtschaft und vergrößern die Wahrscheinlichkeit, hinter einer zunehmenden Inflation her zu laufen. Die Chinesen haben dieses Problem nicht, sind daran gewöhnt, sich eher langfristig zu orientieren und entscheiden sich darum für langfristiges Wachstum. Sehr vernünftig!

 

Teilen Sie diesen Artikel per Mail oder auf Ihren Social Media Kanälen