Deutschland wird der große Verlierer sein

Letzten Freitag konnten Sie diesen ausführlichen Artikel über den steigenden Dollar und dessen Folgen lesen. Heute beschäftigen wir uns etwas näher mit dem aktuellen Währungskrieg und dessen Folgen für uns hier in Europa.

Die EZB druckt jetzt jedes Jahr 720 Milliarden Euro. Für eine Wirtschaft von gut 10.000 Milliarden Euro. Draghi gibt also sein (Aller)Bestes, um den Euro abzuschwächen.

Kinderkram
Das ist jedoch Kinderkram verglichen damit, was sein japanischer Kollege Kuroda fabriziert. Die japanische Zentralbank druckt umgerechnet 612 Milliarden Euro pro Jahr. Bei einem Wirtschaftsumfang von lediglich 4.900 Milliarden Dollar.

Kuroda gibt im Vergleich zu Draghi also fast doppelt so kräftig sein Bestes, um die Währung seines Landes abzuschwächen. Und um auf diese Weise exportierende japanische Unternehmen künstlich zu begünstigen.

Der Währungskrieg spielt sich vor allem in Asien ab
Japans Nachbarländer China und Südkorea bekommen den stark gesunkenen japanischen Yen allerdings am stärksten zu spüren. Sie haben ihre Zinsen in diesem Jahr bereits herabgesenkt und werden weitere Schritte einleiten, um ihre Währungen im Vergleich zum Yen weiter sinken zu lassen.

Und hier kommt Deutschland ins Spiel.

Denn die deutsche Wirtschaft lief in den vergangenen fünf Jahren nur so gut, weil Deutschland viel nach Asien exportieren konnte. Das wird in den kommenden Jahren schon weniger werden.

Deutscher Export wird extra starke Dämpfer abbekommen
Aber zudem konkurriert Deutschland am Weltmarkt vor allem mit Japan und Südkorea. Und wenn die beiden darum wetteifern, wer seine Währung (Yen und Won) am stärksten abwerten kann, wird der deutsche Export darunter am meisten und extra stark leiden.

Infolgedessen wird die deutsche Wirtschaft in eine schwere Rezession geraten und das deutsche Haushaltsdefizit wird schnell über die in Europa vereinbarten 3% hinaussteigen.

Und dann wird entscheidend sein, wie die deutsche Regierung darauf reagieren wird.
(Aber damit werden wir uns in einem der nächsten Artikel beschäftigen.)

Teilen Sie diesen Artikel per Mail oder auf Ihren Social Media Kanälen