Ein Phänomen das einfach so von Himmel fällt

Es ist amüsant und traurig zugleich. Weil die Krise weiter andauert, wird z.B. das niederländische Haushaltsdefizit in den Jahren 2013 und 2014 ein halbes Prozent höher ausfallen als diese völlig subjektive, von Politikern festgelegte Grenze von 3%.

Die Krise dauert weiter an. Die Wirtschaft bleibt in einer Rezession. Das wird in Den Haag im Allgemeinen akzeptiert wie ein Phänomen, das einfach so vom Himmel fällt. Als etwas, das über sie hineinbricht und das niemand kontrollieren kann.

Patient hat Problem
Also wird die Salamitechnik wieder aus der Schublade gezaubert und Steuern noch einmal erhöht. Weil diese Taktik bis jetzt kontraproduktiv war, wendet man sie ganz einfach noch länger an.

Patient hat Problem. Doktor verschreibt Medikament. Patient kommt eine Woche später zurück. Problem ist nicht gelöst. Ist eher schlimmer geworden. Doktor verschreibt dasselbe Medikament. Aber eine höhere Dosis…

Siehe da, die europäische Reformpolitik. Ein Reformpaket ist in Wirklichkeit ein Paket aus Steuererhöhungen. Und ein Sparpaket ist in Wirklichkeit auch nichts anderes als ein Paket aus Steuererhöhungen.

Die Reformen des Mario Monti
Europäische Politiker klagten letzte Woche vollmundig über das Ergebnis der Wahlen in Italien. Steinbrück beleidigte die Italiener sogar mit der Äußerung, Italien habe zwei Clowns gewählt. Er hätte lieber weiterhin die Reformpolitik von Monti gesehen.

Die Realität sieht allerdings so aus, dass Monti im vergangenen Jahr nichts reformiert hat, nichts an der enormen Regierungsbürokratie getan hat und nichts getan hat, was den italienischen Unternehmern die so notwendige Luft zum Atmen gegeben hätte. Die einzigen Reformen, die Monti umgesetzt hat, sind Steuererhöhungen.

Italiener haben einen Trend gesetzt
Dass Politiker aus verschiedensten EU-Ländern sich dann wundern, dass Monti abgewählt wird, ist meiner Ansicht nach der ultimative Beweis dafür, dass Politiker in einer künstlichen Welt leben, weit weg von der alltäglichen Realität.

Ich schließe daraus, dass die Italiener einen Trend gesetzt haben. Bei den Wahlen 2014 werden auch die Niederländer es nicht mehr schlucken. Genauso wie Bürger aus anderen Euroländern, in denen dieses erstickende Rezept angewandt wird.

Bei zukünftigen Wahlen in Euroländern werden die traditionellen Parteien in Vielzahl abgewählt werden. Natürlich wird auch das die immer größer werdenden Probleme nicht lösen.

Alles auf die EZB setzen
Die einzige, die das Ganze dann noch aufrechterhalten kann, ist die EZB. Indem sie massenhaft Geld druckt, damit Banken über Wasser hält und Staatsanleihen der immer größer werdenden Anzahl Problemländer kauft.

Die Wahlen in Italien haben die Eurozone einen Schritt näher an das Szenario verfrachtet, das wir in der überarbeiteten Fassung unseres kostenlosen Reports „Sei vorbereitet und habe einen Plan!“ skizzieren. In diesem Report erklären wir Ihnen auch direkt, wie Sie sich, vor dem was uns bevorsteht, schützen können. Klicken Sie hier, wenn Sie den Report noch nicht gelesen haben.

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Gezanke über ein winziges Miniproblem

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat die Mitwirkung Deutschlands am Euro-Rettungsschirm ESM und am Fiskalpakt soeben unter Auflagen gebilligt. Und in den Niederlanden wird heute gewählt. Ich habe die Debatten dort in den vergangenen Wochen bewusst verfolgt. Europa ist ein wichtiges Wahlthema und darum wollte ich wissen, was die Spitzenkandidaten dazu zu sagen hatten.

Das was ich sah, hatte ich nicht anders erwartet. Sie hätten das Thema anstelle von Europa auch ebenso gut Griechenland nennen können. Wird die Niederlande Griechenland noch einmal Geld leihen (= geben) oder nicht. Jedes Mal dieselbe Diskussion, obwohl die Situation genauso simpel ist, wie sie auch unvermeidbar ist.

Griechenland ist ein bankrottes Land, das nicht mehr zu retten ist. Punkt.
Das bereits an Griechenland geliehene Geld können wir abschreiben. Punkt.
Griechenland wird den Euro verlassen, führt die Drachme wieder ein und devalviert stark. Punkt.

Aber Griechenland ist nur ein winziges Miniproblem. Ein Fliegenschiss. Wenn wir es mit Spanien vergleichen. Das Spanien, über das ich die Politiker in den Niederlanden nicht ein einziges Mal habe reden hören.

If you owe the bank $100, it’s your problem.
If you owe the bank $100 million, it’s the bank’s problem.

Griechenland hat ein Problem, denn das Land steckt tief in den Schulden. Die Schulden, die Spanien hat, sind viele male höher. Dadurch hat nicht nur Spanien, sondern auch die übrigen (nördlichen) Euroländer ein enormes Problem.

Wenn Spanien sich für Bankrott erklärt, ist das Elend nicht abzusehen. Die Spanier wissen das nur allzu gut. Und darum können sie Forderungen stellen. Spanien braucht ein gigantisches Hilfspaket. Sie werden das Hilfspaket zwar anfordern, aber nur dann, wenn die übrigen Euroländer ihren Forderungen entgegenkommen.

Also keine Troika (Mitarbeiter des IWF, der EU und EZB). Und keine Sparmaßnahmen, die Madrids Straßen zukünftig mit noch mehr verärgerten Bürgern säumen werden.

Die Frage ist, wie die Politiker aus Deutschland, den Niederlanden, Finnland etc. das der jeweiligen Bevölkerung verkaufen wollen. Im Falle der Niederlande wird es nach den Wahlen natürlich einfacher. Man präsentiert es ganz einfach als ein „neues, unerwartetes Vorkommnis“, so dass die Bevölkerung nur machtlos zuschauen kann.

Die niederländischen Politiker haben sich jetzt wochenlang darüber gezankt, ob sie einem ohnehin bereits hilflos verlorenem Land zusätzliche Hilfe bieten. Und sie haben mit keiner Silbe über die tickende Atombombe der Eurozone gesprochen: Spanien.

Ob das Dummheit oder verlogene Intelligenz ist, dürfen Sie natürlich selber beurteilen.

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Eine große Rally steht in den Startlöchern

Der Goldpreis notiert (in Dollar gemessen) aktuell ungefähr 16% niedriger als Anfang September 2011, als Gold sein vorläufiges Spitzenniveau erzielte. Klingt schlimm, aber das ist eine völlig normale Entwicklung innerhalb eines langjährigen Bullmarktes.

In Euro gemessen sank Gold seither übrigens um nur 4%. Das zeigt, dass nicht der Goldpreis, sondern das schwache Papiergeld der Grund für den Besitz von Gold und Silber ist.

Alles um den Euro zu „retten“
Ich habe Ihnen letzten Donnerstag noch berichtet, dass es (neben Pleite gehen) für Euroländer keine andere Lösung gibt als große Geldsummen zu drucken. Am selben Tag sagte Draghi, dass er alles dafür tun wolle, um den Euro zu retten. Dass er also die Geldpressen wieder anschmeißt.

Den USA geht es finanziell sogar noch schlechter als der Eurozone als Ganzes. Und auch dort geht man immer stärker davon aus, dass Bernanke nächsten Mittwoch QE3 ankündigen wird. Dass die Fed also auch kräftig Geld drucken wird. Die amerikanische Wirtschaft brodelt, die amerikanische Regierung gibt auch dieses Jahr wieder 1.300 Milliarden Dollar zu viel aus und Obama braucht eine steigende Börse, um wiedergewählt zu werden.

QE3 wird Gold und Silber zunehmen lassen
Für Draghi und Bernanke also Grund genug, die Geldpressen anzuschmeißen und damit eine heftige Rally in Gang zu setzen. Nach der Ankündigung von QE2 (Ende August 2010) stiegen Gold und insbesondere Silber stark an. Gold und Silber werden nach QE3 vermutlich noch kräftiger steigen, denn die (berechtigte) Angst vor Inflation nimmt mit jeder Runde Gelddruck zu. Kaufen Sie also Gold und Silber!

Künstlicher Börsenanstieg
Nach der Ankündigung von QE2 stieg auch die Börse kräftig an. Auch das kann jetzt erneut passieren, denn die gedruckten Summen werden immer größer. Aber seien Sie sich darüber im Klaren, dass es ein künstlicher Anstieg ist, der durch künstliche Maßnahmen verursacht wird. Und je schneller die Börse dann steigt, desto schneller kann sie anschließend auch sinken.

Darum halte ich es für äußerst wichtig, mit einem Teil meines Geldes DienstagTrader-Trend anzuwenden. Damit folgt man nämlich dem Börsentrend und man verdient sehr ausgiebig an der kommenden Rally und auch am anschließenden Börsenrückgang. Melden Sie sich hier für DienstagTrader-Trend an.

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Das Schlimmste, was Ihrem Portemonnaie passieren kann

Das Allerschlimmste, was einem Menschen wirtschaftlich passieren kann, ist Hyperinflation. Ich schrieb Ende letzten Monats bereits in diesem Artikel, dass ich Angst davor habe, dass das bald das Schicksal der Euroländer sein wird.

Auf meiner Twitter Seite habe ich Freitag einen Link zu einem Artikel gepostet, in dem die schweizer Bank UBS genau vor einer solchen Hyperinflation in den USA und GB warnt.

Hyperinflation entsteht NICHT durch Überhitzung der Wirtschaft, sondern in Zeiten, in denen es ökonomisch schlecht läuft. Sie entsteht in sehr kurzer Zeit, wenn die Finanzwelt und das Unternehmertum das Vertrauen in eine bestimmte Währung verlieren.

Hyperinflation ist immer direkte Folge einer Regierung, die jahrelang viel mehr Geld ausgegeben hat als sie eingenommen hat. So lange, bis die Staatsverschuldung zu hoch geworden ist.

Steigende Staatsverschuldung. Wütende Bevölkerung.
Politiker geraten dann in Panik und versuchen, das jährliche Haushaltsdefizit mittels Salamitechnik und Steuererhöhungen einzudämmen. Einige Zeit später geraten sie erneut in Panik, wenn sich zeigt, dass die ergriffenen Maßnahmen völlig kontraproduktiv sind. Sie erkennen, dass das Haushaltsdefizit und die Staatsschulden nur noch weiter ansteigen. Und wenn sie aus dem Fenster schauen, sehen sie eine wütende Bevölkerung.

Die letzte „Rettung“
Dann bleibt (neben Pleite gehen) nur eine Lösung: Die Zentralbank druckt Geld. Und dann noch mehr. Und anschließend noch mehr. Und dann verlieren die Finanzwelt und das Unternehmertum das Vertrauen in die Währung. Dann wird sie direkt nach Eintreffen gewechselt und der Kurs der Münze sinkt kräftig im Vergleich zu starken Währungen (gibt es die noch?) und Gold und Silber.

Kartenhaus
Das Leben wird dann schnell teurer, und die Bevölkerung gibt schneller Geld aus, weil doch alles so schnell teurer wird. Dadurch wirkt es eine Weile so, als würde es der Wirtschaft, trotz steigender Inflation, recht gut gehen. Aber nur so lange, bis die Bevölkerung all ihr Geld ausgegeben hat und das Ganze wie ein Kartenhaus einstürzt.

Sorry Leute, aber so sieht die Sache leider aus. Peter Bernholz hat alle vorigen 29 Fälle von Hyperinflation studiert, und alle haben wie oben beschrieben begonnen.

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When an accident is waiting to happen…

In Europa herrscht miese Stimmung. Und weil die Aufmerksamkeit der Finanzwelt sich scheinbar immer nur auf eine Sache richten kann, sieht es so aus, als seien die Probleme in anderen Regionen weniger groß.

Das sind sie auch. Aber das ist nur, weil sie dort keine zankenden Politiker aus 17 Ländern haben, die allesamt mehr Rücksicht auf die kurzfristigen Belange des eigenen Stimmviehs nehmen wollen, als auf die langfristige Gesundheit ihres Landes und der Eurozone als Ganzes.

Keine Salamitechnik, kein Hackebeil
Die USA bewegen sich allerdings auch auf Kollisionskurs. Letzte Woche habe ich Ihnen in diesem Artikel darüber berichtet, dass die Euroländer mit der Salamitechnik sparen, obwohl sie eigentlich das Hackebeil verwenden müssten. In den USA verwendet man keins von beiden. Die amerikanische Regierung gibt weiterhin Geld aus, als gäbe es kein Morgen mehr.

Alle paar Wochen schaue ich hier kurz nach, wie es mit der amerikanischen Staatsverschuldung aussieht. Inzwischen fast 16 Billionen Dollar, bzw. 16.000 Milliarden Dollar. Über 100% des amerikanischen BIP. Dieses Jahr geben Obama und Konsorten satte 53% mehr Geld aus als sie einnehmen.

Stellen Sie sich einmal vor, was mit Ihnen passieren wird, wenn Sie eine Zeit lang 53% mehr ausgeben würden, als Sie einnehmen! Könnten Sie dann auch weiterhin uneingeschränkt Geld aufnehmen?

Vorübergehender Parkplatz für großes Geld
Ein Land, dem es unglaublich schlecht geht, kann jetzt Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit vergeben (also Geld leihen) und dafür lediglich 1,5% Zinsen zahlen. Wie kann das sein? Große professionelle Anleger parken Ihr Geld vorübergehend in Staatsanleihen. Und kleine gutgläubige amerikanische Anleger stecken ihr Geld weiterhin in großen Mengen in Staatsanleihen.

Sobald die Profis verkaufen werden, wird der Topf überkochen. Und dann ist der kleine Mann natürlich der Dumme. Es wird ein beispielloser Schneeballeffekt entstehen und der Anleihenmarkt wird einstürzen.

„When an accident is waiting to happen, it usually does.“

Diese Aussage finden Sie in dem Wirtschaftsklassiker „The time is different“ von Reinhart und Rogoff. In diesem Buch beschreiben die beiden Ökonomen acht Jahrhunderte finanziell wirtschaftlicher Hypes und Crashs.

Die letzte große Seifenblase wird zerplatzen
Das ist ganz klar ein „accident waiting to happen“. Jemand der tief in den Schulden steckt und weiterhin hohe Schulden macht, kann unmöglich weiterhin für 1,5% Geld aufnehmen. Der amerikanische Anleihenmarkt ist die letzte riesige Wirtschaftsblase, die auf jeden Fall zerplatzen wird. Und wenn das passiert, wird der Knall enorm laut sein!

Mit unserem Report „Der amerikanische Anleihenmarkt steht vor dem Kollaps!“ gehen wir auf diese Situation ein. Für Sie die Chance, durch das Zerplatzen dieser letzten großen Seifenblase hunderte Prozent Rendite zu machen.
Bestellen Sie hier diesen einmaligen Report.

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Erspartes in Gold und/oder Silber umsetzen

Am vergangenen Wochenende sah ich eine Reportage, in der gezeigt wurde, wie Goldman Sachs den Griechen dabei half, ihre Staatsverschuldung um einige Milliarden Euro zu schönen und dafür dann 300 Millionen Euro bekam. Griechenland wurde mit diesem Trick den Euro reingemogelt, und sowohl die Europäische Kommission als auch Eurostat standen da und schauten zu.

Die griechische Situation ist gänzlich dramatisch, und viele der aktuellen Maßnahmen werden nicht ausschließlich helfen, sondern das Problem auch noch verschlimmern. Und dasselbe gilt auch für die meisten anderen Euroländer. Ich erwarte vorläufig jedoch keine Panik aufgrund hochschnellender Leitzinsen auf Euro-Staatsanleihen.

Die EZB hat den Banken im Dezember nämlich bereits 489 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 1% geliehen, und den Erwartungen nach wird sie Ende Februar erneut mit einem Paket von 1.000 Milliarden um die Ecke kommen. Die Banken investieren dieses Geld (teils) in Euro-Staatsanleihen, bekommen dafür dann 3 – 5% und sacken sich die Differenz als Gewinn ein. Kostenloser Gewinn aus frischgedrucktem Geld.

Irgendwer wird das jedoch bezahlen müssen, denn umsonst geht nur die Sonne auf. Wer dafür aufkommen wird? Der einfache Bürger mit normalem Gehalt und einem Sparkonto. Er wird das Opfer der Inflation werden, die durch solche Praktiken verursacht wird. Darum betone ich auch jede Woche wie wichtig es ist, unser Erspartes (teilweise) in Gold und/oder Silber zu führen.

In einem amerikanischen Newsletter habe ich diese Woche auch noch gelesen, dass Gold- und Silberaktien im Verhältnis zum Gold- und Silberpreis unglaublich günstig sind. Gold und Silber stiegen in den vergangenen zwölf Monaten preislich an, während die Kurse der Gold- und Silberaktien sanken. Im Grunde nichts Neues für uns, aber das letzte Mal als sich eine solche Situation ergab, stiegen die Kurse der Gold- und Silberaktien innerhalb eines Jahres um 121%!

 

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Ausstieg kostet einen Batzen geld

Wenn Sie mich bereits einige Zeit kennen, wissen Sie, dass ich nicht unbedingt viel von Politikern halte. Von Banken ebenso wenig. Wir müssen die Umstände unter denen Politiker arbeiten jedoch respektieren. Zudem arbeiten auch gute Leute bei Banken, die sehr gute Analysen machen. Die UBS hat neben ein Paar Analysten, die einen sehr anständigen Bericht über die Eurozone geschrieben haben, nun scheinbar einen „Rogue Trader“ angestellt.

Die UBS sagt, dass der Euro in seiner aktuellen Struktur nicht existieren dürfte, dass es jedoch gleichzeitig gesetzlich unmöglich sei, ein Land aus der europäischen Währungsunion zu schmeißen. Weiter heißt es, dass es gesetzlich unmöglich sei, aus eigenen Stücken aus der europäischen Währungsunion auszusteigen. Griechenland kann also nicht einfach so aus der Währungsunion geschmissen werden. Dazu müssten die 17 Euroländer den EU-Vertrag einstimmig abändern. Inklusive Griechenland. Ein normaler Politiker wird die aktuelle Gesetzgebung respektieren. Und das gehört sich auch so.

Natürlich kann ein Land eigenständig aus dem Euro austreten, aber das hätte schwerwiegende Konsequenzen. Die USB Analysten erklären darum haarklein, warum es ein schwaches Euroland ca. 10.500€ pro Bürger kosten würde, die europäische Währungsunion zu verlassen und dass es in den Jahren danach erneut 3.500€ pro Bürger und Jahr kosten würde. Weiter erklären sie, warum es ein starkes Euroland ca. 7.000€ pro Bürger kosten würde und in den anschließenden Jahren noch einmal ca. 4.000€ pro Bürger und Jahr. Das ist ein Haufen Geld! Es ist unmöglich, Ihnen alle Details zu nennen, aber im Folgenden erläutere ich Ihnen dennoch zwei wichtige Punkte.

Erstens verlässt man gleichzeitig die Europäische Union, wenn man als starkes Land aus der europäischen Währungsunion tritt. Das Land verlässt also auch die Europäische Freihandelszone und die anderen Länder verlangen dann Einfuhrzoll, durch den der Export des Austrittslandes zusammenbricht. Außerdem würde die neue Währung des Landes dem Euro gegenüber sofort kräftig im Wert steigen und das würde dem Exportsektor noch einen extra Schlag verpassen.

Zweitens hätten die Banken des Austrittslandes dann in der neuen, starken Währung Schulden, aber nach wie vor diverse Aktiva im dann noch schwächeren Euro. Das Land würde schon allein darum in Schwierigkeiten geraten. Weiter würden die Banken starke Verluste auf Staatsanleihen schwacher Euroländer leiden. Banken müssten also mit einer riesigen Menge Steuergelder aufrechterhalten werden. Die Staatsverschuldung eines starken Eurolandes würde nach dem Austritt so sehr in den Himmel schießen, dass das Land ein schwaches Nicht-Euroland werden würde.

Letzten Donnerstag habe ich in diesem Artikel geschrieben, dass es unvernünftig ist, sein gesamtes Geld in Euro zu führen. Wenn man nämlich über dieses Thema gut nachdenkt und weiterdenkt, gibt es für diejenigen, die die Entscheidungen treffen müssen, letztendlich nur eine denkbare Lösung und die lautet, riesige Mengen neue Euro aus dem Nichts zu drucken. Ich kaufe darum weiterhin insbesondere Gold und Silber. Ich hoffe, dass Sie das auch tun.

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Erschreckende Staatsschulden und Haushaltsdefizite (2)

Diese Woche bekam ich eine Mail von einem Leser, der meiner Meinung die Welt nicht mehr verstehen konnte. Er fragte uns, ob wir die Situation der Euroländer nicht einmal im Gesamten mit der der Vereinigten Staaten vergleichen wollten. Wahrscheinlich, weil er nicht verstehen kann, dass der Euro so dermaßen fällt, wo er sich daran erinnern konnte, dass es den Vereinigten Staaten finanziell doch noch viel schlechter gehen soll. In dem Artikel von vergangener Woche (klicken Sie hier, um ihn noch einmal zu lesen) schrieb ich nämlich nur über die Staatsschulden und Budgetausfälle in den Euroländern.

Als ich bei der Mail dieses Lesers einmal zwischen den Zeilen las, dann hat er prinzipiell vollkommen recht, und es ist normal, dass er von dem Ganzen überhaupt gar nichts mehr versteht. Denn warum die ganze Aufruhr über so ein kleines Land innerhalb der EU und über den Euro, wo doch die Eurozone insgesamt viel besser dasteht als Länder wie die Vereinigten Staaten oder das Vereinigte Königreich? Hierunter nun schon einmal eben die Zahlen der Eurozone im Ganzen und die der USA.

Ohne mit der Wimper zu zucken…
In den Vereinigten Staaten hat die Regierung in 2009 ungefähr 1400 Milliarden mehr ausgegeben als eingenommen wurden oder auch 10% des BIP. Hierdurch steigen die amerikanischen Staatsschulden auf $11,9 Billionen, oder gut 83% des BIP. Die 16 Euroländer hatten gemeinsam einen Budgetausfall von 6,3% des BIP, und die Staatsschulden betragen 78,7% des BIP.

Viel bessere Zahlen also als von den Vereinigten Staaten. Dass, wo doch die US Staatsschulden in 2010 mit schnellem Tempo auf 94% des BIP anwachsen werden. Obama präsentierte nämlich vor zwei Monaten ohne mit der Wimper zu zucken einen Staatshaushalt für 2010, in dem die Bundesregierung $3552 Milliarden ausgeben soll, wo gerade einmal $2381 Milliarden an Einnahmen erwartet werden. Wären die Vereinigten Staaten ein EU-Land, dann würden sie sofort in einem Atemzug mit den PIIGS-Ländern genannt werden.

Wie kann es dann sein, dass der Euro so unter Beschuss steht?
Und dass keiner mehr über die desolate finanzielle Situation der USA zu reden scheint? Das liegt teilweise daran, dass die USA nun einmal ein großes und mächtiges Land sind. Für die Rating-Agenturen scheint es kein Problem zu sein, dass Rating für kleinere Länder wie Griechenland, Portugal und Spanien zu senken; würden dies bei den USA aber wahrscheinlich erst dann tun, wenn niemand auch nur eine amerikanische Obligation mehr kaufen wollte.

Zum anderen Teil ist der Fokus auf die EU-Länder und auf den Euro auch auf die enorme Entscheidungsschwäche bei den europäischen Regierungsmitgliedern und Politikern zurückzuführen. Hätten sie direkt konsequent Nein zur Hilfe von Griechenland gesagt, dann wäre Griechenland jetzt wohl schon auf dem Weg weg vom Euro, und der Euro wäre zeitnah nur noch stärker geworden. Hätten Sie andererseits sofort gehandelt und ein Paket mit Stützungsmaßnahmen geschnürt, wäre auf den Währungsmärkten schon lange wieder Ruhe eingekehrt.

Aufmerksamkeit für USA kehrt bald von selbst wieder zurück
Wir brauchen uns über die Vereinigten Staaten jedoch keine Illusionen zu machen. Die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte und Medien wird sich bald von selbst wieder auf die enormen Budgetausfälle, die enormen Staatsschulden und vor allem darauf, wie es schon fast feststeht, dass die Staatsschulden in den kommenden zehn Jahren weiterhin enorm steigen werden, richten.

 

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Ein Paar Billionen Probleme „ganz einfach ignoriert“

Eurostat hat wieder Inflationszahlen für die Eurozone und die EU insgesamt veröffentlicht. In den 16 Euro-Ländern lagen die Preise für Güter und Dienstleistungen durchschnittlich 0,7% tiefer als ein Jahr zuvor. Deflation!

Was uns an der Berichterstattung in den Medien ärgert, ist die mangelhafte Auseinandersetzung mit den Zahlen. Oder aber, dass man kaum hinter die Zahlen schaut. Im Juli letztes Jahr notierten die Preise von Öl und so gut wie allen anderen Rohstoffen absolute Rekorde. Infolge einer Vielzahl noch nie dagewesener Zwangsverkäufe insbesondere durch Hedgefonds, fielen sie anschließend enorm.

Öl notierte im Juli 2008 noch $145 pro Fass und der Preis sank sogar auf $30 im Januar. Inzwischen hat sich der Ölpreis wieder mehr als verdoppelt und liegt nun bei $70.

Energie bestimmt alles
Wenn wir die Tabellen von Eurostat betrachten, sehen wir, dass die negative Inflation dadurch verursacht wurde, dass Energie im Durchschnitt 14,4% günstiger wurde und weil der Transport durchschnittlich 5,5% günstiger wurde. Die Transportpreise werden zu einem bedeutenden Teil vom Ölpreis bestimmt.
Rechnet man den Einfluss des Ölpreises nicht mit, dann liegt die Inflation bei 1%. Das ist hoch, wenn man weiß, dass wir uns in einer heftigen Wirtschaftskrise befinden, in der Konsumenten ihr Geld überwiegen in den Portemonnaies lassen.

Ende 2009 wieder positive Inflation
Man muss kein Wissenschaftler sein, um schließen zu können, dass der Ölpreis lediglich konstant bleiben braucht, um gegen Ende des Jahres eine positive Inflation zu erreichen. Sollte, wie die ‘Gelehrten‘ erwarten, eine wirtschaftliche Erholung in Gang kommen, wird der Ölpreis nur weiter steigen. Das wird zu einer höheren Inflation führen und die EZB und die FED werden in Windeseile die Zinsen erhöhen müssen und das wiederum wird der Wirtschaftserholung gnadenlos den Hals umdrehen.

Probleme der Einfachheit halber mal eben ignoriert
Nach all dem haben wir noch nicht über die in den Vereinigten Staaten wuchernde Kreditkrise und die Auswirkungen der heftigen Probleme in Osteuropa gesprochen. Auch Banken in Westeuropa spielen hier eine Rolle. Diese Probleme könnten insgesamt vermutlich für einige tausend Milliarden Euro Elend sorgen. Diese Probleme jedoch werden der Einfachheit halber mal eben ignoriert. Ignorieren bedeutet allerdings nicht, dass sie sich einfach in Luft auflösen.

Interessante Zeiten kommen auf uns zu…

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