Die große Gefahr für die Börsen

Letzten Montag habe ich Ihnen bereits mitgeteilt, dass die Wirtschaft in der Euroregion im vergangenen Quartal mit quietschenden Reifen ausgebremst wurde, und dass dies für die Börsen gute Nachrichten sind.

Es gab letzte Woche allerdings noch weitere gute Nachrichten für die Börsen. Aus Japan. Denn die japanische Wirtschaft sank um satte 1,7%, bzw. um 6,8 Prozent auf Jahrbasis.

Mehr gedrucktes Geld, steigende Börsen
Die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB die Geldpressen noch viel schneller drucken lassen muss, nimmt zusehends zu. Und die Wahrscheinlichkeit, dass de BoJ noch mehr Geld drucken muss als sie jetzt ohnehin schon tut, steigt ebenfalls zusehends.

Das sowohl die Eurozone, wie auch Japan kräftig kränkeln (und sich in unterschiedlichem Tempo in Richtung Abgrund bewegen) ist den Börsen egal. Das Einzige was zählt ist die Voraussicht auf neues Geld, das Richtung Finanzmärkte fließen wird.

Wo die Welt wirklich Kopf steht
Wie ich letzten Montag bereits schrieb, leben wir in einer bizarren Welt. Aber so richtig Kopf steht die Welt an den Kapitalmärkten. Die Graphik unten zeigt, wie unglaublich die Lage z.B. für italienische Staatsanleihen ist.

Die rote Linie spiegelt die italienische Staatsverschuldung wider. Und die grüne Linie zeigt, wie viel Zinsen man bekommt, wenn man dem italienischen Staat Geld leiht. Je schneller die Staatsverschuldung steigt, desto leichter ist es scheinbar für Italien, sich Geld zu leihen.

Je mehr Schulden man macht, desto weniger Zinsen zahlt man
Natürlich dank Draghi, der 2012 versprach, Garant zu stehen. Das gleiche Bild zeigt sich insbesondere in Europa, den USA und in Japan. Anleihezinsen auf Rekordtief, während Staatsschulden weiter steigen.

Sollte es irgendwen auf der Welt geben, der mir erklären kann, wie so etwas ungestraft fortlaufen kann – ich bin ganz Ohr!

Die krasseste Situation
Die krasseste Situation erleben wir allerdings am amerikanischen Kapitalmarkt. Unternehmen mit Junk-Status Geld leihen und dafür nur 5% Zinsen bekommen, ist absoluter Wahnsinn.

Kommen wir direkt einmal zur größten Gefahr für die Börsen. Liquidität. Ich kenne mich nicht sehr gut mit Kapitalmärkten aus, aber in den vergangenen zwei Monaten lese ich immer häufiger, dass viele große Jungs sich bis zum Hals in Schulde manövriert haben.

So könnte es bald komplett schiefgehen
Kurz Geld zu 1% leihen und anschließend Junk-Bonds kaufen die 5% einbringen. Sehr gewinnbringend. Bis etwas schiefgeht. Denn diese Junk-Bonds (Firmenanleihen) sind scheinbar nicht unbedingt liquide.

Wenn ihre Kurse sinken, könnten diese risikofreudigen großen Jungs gezwungen werden, ihre Junk-Bonds zu noch viel niedrigeren Kursen zu verkaufen. Dadurch bleibt eine Restschuld zurück und sie müssen Aktien verkaufen, um diese Restschuld abzahlen zu können.

Dadurch sinken die Junk-Bonds nur noch weiter im Kurs, es geraten noch mehr große Jungs in Schwierigkeiten, noch mehr Aktienpakete werden gezwungenermaßen verkauft und die Börsenkurse sinken stark.

Ungeachtet des wiedererwachten Optimismus an den Börsen, sollte man darauf dennoch gut achten…

Teilen Sie diesen Artikel per Mail oder auf Ihren Social Media Kanälen