Mario lässt die Geldpressen schon einmal warmlaufen

Im Juli 2012 schüttelte EZB-Präsident Mario Draghi einen schönen Trick aus dem Ärmel. Er versprach den Finanzmärkten ganz einfach mal, dass er alles dafür tun werde, um den Euro in seiner heutigen Form überleben zu lassen.

Mario saß zwischen zwei Brandherden. Große Schwierigkeiten in den PIIGS-Ländern riefen nach mehr gedrucktem Geld. Merkel wollte jedoch auf keinen Fall, dass die EZB noch mehr Geld druckte. Das hätte ihre Wiederwahl in Gefahr gebracht.

Der Trick hat funktioniert. Und das auch noch eine ganze Weile. Mario konnte sein Versprechen jetzt schon 15 Monate halten, ohne Geld drucken zu müssen. Dank seiner Kollegen Bernanke und Kuroda (Japan), die ihre Geldpressen sehr wohl reichlich laufen ließen. Aber der Trick verliert jetzt an Wirkung.

Katastrophale Zahlen
Letzte Woche gab Eurostat die Meldung raus, dass die Staatsverschuldung in der Eurozone im zweiten Quartal auf satte 93,4% des BIP gestiegen ist. Die Euroländer schaufelten gemeinsam noch einmal 125 Milliarden Euro auf ihren ohnehin bereits riesigen Schuldenberg drauf.

Die Staatsschulden von Griechenland (169%), Italien (133%) und Portugal (131%) sind schlicht und ergreifend untragbar. En obwohl Spanien mit 92% noch unter dem Durchschnitt liegt, steigt die Staatsverschuldung dieses Landes am schnellsten im Vergleich zu allen anderen Euroländern. Die folgende Graphik zeigt genug.

 

Mehr schlechte Nachrichten
Letzten Donnerstag veröffentlichte Eurostat noch mehr schlechte Nachrichten. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone bleibt mit 12,3% unverändert hoch. Im September verloren weitere 60.000 Menschen ihre Arbeit.

Wirklich überraschend aber war die Meldung, dass die Inflation in der Eurozone im Oktober auf nur noch 0,7% gesunken ist. Ohne Geld zu drucken entwickelt sich die Eurozone in den kommenden Monaten in Richtung Deflation. Schauen Sie sich hier unten einmal die spanischen Inflationszahlen an.

 

An der Börse wird es noch eine Weile gesellig bleiben
Deflation ist eine Katastrophe für Länder mit hohen Staatsschulden. Und sie ist ein Alptraum in den Augen von Zentralbankern. Mario wird Geld drucken. Viel Geld.

Das bedeutet, dass bald die drei größten Zentralbanken der Welt aus vollen Zügen Geld drucken werden. Eine Katastrophe, langfristig betrachtet.

Aber wir Anleger kümmern uns erst zu einem späteren Zeitpunkt um später auftretende Probleme. Denn für die nächste Zeit bedeutet das wahrscheinlich, dass es an den Aktienbörsen gesellig ablaufen wird. Sehr gesellig.

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