Trichets unmöglicher Spagat

Wie ich letzte Woche bereits erwartet hatte, verkündete Eurostat die Nachricht, dass die Inflation in der Eurozone auf 2,4% angestiegen ist. Dennoch wird die EZB den Erwartungen nach die Zinsen heute nicht erhöhen. Sie können auch eigentlich nicht. Eine Zinserhöhung würde einen Kursanstieg des Euro mit sich bringen und das würde die Situation für die PIIGS-Länder nur noch schwerer machen.

Die EZB hat aber in der letzten Woche aufgehört Staatsanleihen zu kaufen. Der Grund dafür ist folgender: Trichet wirkt unglaubwürdig wenn er davor warnt, dass er die Zinsen eventuell anziehen will, gleichzeitig aber weiterhin Staatsanleihen kauft. Die EZB nutzt dabei dankbar die Ruhe, die am europäischen Anleihenmarkt gerade wieder eingekehrt ist.

Diese Ruhe wird sich allerdings nicht fortsetzen, denn riesen Schulden und Haushaltsdefizite verschwinden nicht so einfach wie der Schnee in der Sonne schmilzt. Die Aufmerksamkeit des Kapitalmarktes wird sich bald von ganz alleine wieder auf die europäische Schuldenkrise richten und dann wird Trichet einen unmöglichen Spagat machen müssen. Er muss dann der Inflation entgegenwirken und Staatsanleihen aufkaufen. Oder aber er muss gleichzeitig die Inflation bekämpfen und antreiben.

 

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