„Unbeabsichtigte“ Folgen

In den vergangenen Tagen haben Sie in den gängigen Medien vielleicht gehört, dass die Währungen unterschiedlicher, vor allem südamerikanischer und asiatischer Länder unter Druck stehen.

Das ist schon eine Weile der Fall. In der folgenden Graphik (von Grant Willams geliehen) sehen wir, wie viele türkische Lira man benötigt, um einen amerikanischen Dollar kaufen zu können.

Die türkische Lira verlor im letzten Jahr 22% ihres Werts. Andere Beispiele sind der indische Rupie (15%), der argentinische Peso (38%), der brasilianische Real (18%), der russische Rubel (14%) und der südafrikanische Rand (19%).

Falsche Signale
Infolge des absurd niedrigen Zinses in den USA und in der Eurozone und infolge des enormen Stroms gedruckten Geldes, hat sich viel Geld einen Weg in die Länder gesucht, in denen es schlicht und ergreifend durch höhere Zinsen mehr einbrachte.

Dadurch wurde in diesen Ländern fälschlicherweise das Signal verbreitet, dass es der Wirtschaft dort sehr gut ginge. Und 2011 sahen sie sich sogar mit dem Problem konfrontiert, dass der Wert ihrer Währungen zu sehr anstieg. Sie bekamen Angst, Export einbüßen zu müssen und stuften die Zinsen herab. Das wiederum führte dazu, dass es zu einfach wurde, zu viel Geld aufzunehmen.

Mustafa, Diego und Gamal Normalverbraucher haben das Nachsehen
Seit Bernanke im Mai 2013 sagte, monatlich weniger Geld drucken zu wollen, zogen viele Anleger ihr Geld aus diesen Ländern ab. Mit allen Konsequenzen.

Mustafa, Diego und Gamal Normalverbraucher geben einen viel größeren Teil ihrer Einkommen für Nahrungsmittel und Energie aus als Otto Normalverbraucher. Und somit muss der durchschnittliche Türke, Südafrikaner, Brasilianer etc. stark steigende Lebenshaltungskosten verdauen.

Dadurch rutscht ein immer größer werdender Anteil der Bevölkerung in die Armut ab. Und die Wahrscheinlichkeit sozialer Unruhen nimmt zu.

Was geschieht, wenn die Fed bald weiter taperen wird?
Die Kursrückgänge der o.g. Währungen beruhen auf der Tatsache, dass die Fed anstelle von 85 Milliarden Dollar jetzt 65 Milliarden Dollar druckt.

Was passiert dann mit Mustafa, Diego und Gamal Normalverbraucher, wenn die Fed nur noch 45 Milliarden Dollar monatlich druckt? Oder nur 25 Milliarden Dollar? Oder wenn die Fed überhaupt kein Geld mehr druckt?

Ein unglaublich hoher Preis
Große Bevölkerungsgruppen dieser Länder zahlen einen unglaublich hohen Preis für die Krisenpolitik der westlichen Zentralbanken. Ohne dass sie überhaupt einen Einfluss darauf ausüben könnten.

Für solche Folgen ihres asozialen, kriminellen Handelns haben Zentralbanker eine schöne Bezeichnung: Sie nennen es Unintended Consequences. Unbeabsichtigte Folgen.

Denn selbstverständlich werden sie bald mit eiserner Miene erklären, dass sie dies unmöglich hätten kommen sehen können.

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