Ein besorgniserregender Trend

Wie Sie vielleicht wissen, verbringe ich meinen Urlaub am liebsten in Italien. Wenn man dort irgendwo hingeht (z.B. einkaufen, eine Kleinigkeit essen), ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man mit anderen, oft wildfremden Italienern ins Gespräch kommt. Denn Italiener sind sehr offen und unterhalten sich gerne zwanglos. Sehr gerne sogar.

Zu den beliebtesten Themen gehören (insbesondere unter Männern) auf jeden Fall Wirtschaft und Politik. Wenn es darum geht, verhalte ich mich immer äußerst passiv. Erstens möchte ich (gerade wenn es um Wirtschaft geht) nicht wir jemand rüberkommen, der meint alles besser zu wissen.

Zweitens bekommt man aber beim Zuhören einen viel besseren Eindruck davon, wie der durchschnittliche Italiener die aktuelle wirtschaftliche und politische Lage Italiens (und Europas) erlebt.

Sinkendes Vertrauen in Deutschland
Und damit kommen wir zu einem Thema, das ich Donnerstag in diesem Artikel schon ansprach. Ich habe Ihnen mitgeteilt, dass die deutsche Regierung mit ihrem harten Auftreten gegenüber Griechenland dafür gesorgt hat, dass ihr vor allem in südeuropäischen Ländern nicht länger vertraut wird.

Insbesondere dieses, Ihnen wohl bekannte Fotos eines griechischen Rentners, der sich letzte Woche vor lauter Elend auf die Straße setzte, traf die Menschen hart. Denn der durchschnittliche Italiener weiß ganz genau, dass diese griechischen Schwierigkeiten auch in Italien ereignet könnten.

Stronzi
In den ersten Urlaubsjahren in Italien, vor ca. sieben Jahren habe ich niemanden negativ über andere europäische Länder reden hören. Kein einziges Mal.

Beim letzten Urlaub ist mir aber aufgefallen, dass ich immer häufiger von den Italienern zu hören bekomme, dass ihnen die Deutschen gestohlen bleiben können.

„Es gibt auch nette, aber die meisten sind stronzi„, sagte der Eigentümer eines Restaurants mir letzte Woche noch.

Zu häufig
Ich höre das aktuell viel zu oft. Obwohl Italien bei Weitem nicht so schwere Schläge abbekommen hat wie Griechenland, Spanien und Portugal. Und daher auch weniger direkte Gründe hat, auf Merkel und Schäuble sauer zu sein.

Wenn ich das Italien schon so oft höre, wie oft hätte ich das dann wohl in einem der o.g. Länder gehört?

Gefährlicher Cocktail
Ich stelle einen Trend fest. Einen Trend, den es vor einem Jahr noch nicht gab.
Ein besorgniserregender Trend.

Vermengen Sie die Kurzsichtigkeit der EU-Führung, Medien die alles hypen und Landespolitiker, die gerne die anti-Europa-Stimmung anheizen wollen, und heraus kommt nicht nur ein besorgniserregender, sondern auch ein gefährlicher Cocktail.

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Mehr Möglichkeiten gibt es nicht

In diesem lustigen Clip, den ich Ihnen Dienstag geschickt habe, erklären zwei Komiker, dass die Eurozone im Grunde nichts anderes ist, als eine riesen Luftblase, in der künstlich Geld umhergepumpt wird.

Der Clip ist rund zwei Jahre alt und allein das ist schon ein Beleg dafür, wie lange Politiker und Zentralbanker es bis jetzt geschafft haben, die Probleme wegzuschieben.

Von der harten Realität eingeholt
Jetzt aber scheinen die Politiker dann doch von der harten Realität eingeholt zu werden. Auf meiner Twitter Seite habe ich Dienstagmorgen drei Tweets gepostet, die das perfekt widerspiegeln.

Dass die spanischen Banken in großen Schwierigkeiten sind, ist inzwischen bekannt. Und ich habe letzte Woche gehört, dass nun sogar bei den gängigen Medien angekommen ist, dass das 100 Milliarden Euro Hilfspaket viel zu klein ist, um spanische Banken über Wasser zu halten.

Aktuell erscheinen auch Meldungen, dass sechs bis acht spanische Regionen Finanzhilfen der spanischen Bundesregierung benötigen. Und in Italien ist Sizilien pleite und zehn größere Städte haben große finanzielle Probleme.

Und um zu beweisen, dass sie alle auch nicht mehr weiter wissen, haben spanische und italienische Autoritäten ganz einfach entschieden, Short Selling auf Finanzaktien zu verbieten.

Es ist ganz einfach
Entweder stürzt das gesamte System ein, oder die EZB druckt massenhaft Geld. Mit der Betonung auf „massenhaft“. Mehr Möglichkeiten gibt es ganz einfach nicht.

In beiden Fällen wäre es enorm wichtig, Gold und Silber zu besitzen. Denn wenn das Finanzsystem zusammenbricht, ist es wichtig, sein Geld außerhalb des Finanzsystems zu platzieren. Und wenn massenhaft Geld gedruckt wird, schützt Gold vor einem sinkenden Euro und der dadurch zunehmenden Inflation.

Goldpreis stieg dieses Jahr schon um 8%
Sie lesen in den gängigen Medien vielleicht, dass sich der Goldpreis schon eine Weile nicht mehr bewegt hat. Das stimmt tatsächlich. Für Amerikaner. In Euro gemessen stieg der Goldpreis dieses Jahr bereits um fast 8%. Klicken Sie hier, um ein Goldkonto zu eröffnen und/oder physisches Gold nach Hause liefern zu lassen.

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Das Einzige, was wir 100% sicher wissen…

Wenn Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und bald vielleicht auch Italien allesamt Finanzhilfen bekommen, woher soll dieses ganze Geld dann kommen? Es geht nur mit dem Druck von Geld. In großen Mengen. Aber wie werden die Folgen all dessen für die Börsen aussehen? Werden die Börsen stark steigen oder stark sinken?

Das hängt davon ab. Wenn weltweit (nicht nur die EU hat Probleme) große Mengen Geld gedruckt werden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Börse kräftig steigen. Wenn Zentralbanken sich allerdings zu lange mit Politikern kabbeln und dadurch zwischen zwei Phasen des Gelddruckes zu lange warten, könnte die Börse vorübergehend stark sinken.

Damit müssen Sie als Anleger erst einmal umgehen können!
Aktuell lese ich daher auch die unterschiedlichsten Prognosen. Es gibt Analysten, die einen starken Börsenanstieg erwarten und es gibt Analysten, die einen crash-ähnlichen Rückgang, wie im Jahr 2008, prognostizieren. Und dann gibt es noch alles was dazwischen passieren kann.

Ich persönlich gehe davon aus, dass kräftige Rückgänge recht schnell von mindestens ebenso kräftigen Anstiegen abgelöst werden. Aber auch das ist letztendlich nur eine Prognose, basierend auf meiner persönlichen Logik.

Das Einzige, was wir 100% sicher wissen…
…ist, das die Börse sich nur in drei Richtungen bewegen kann: aufwärts, abwärts oder seitwärts. Egal, was weltweit auch passieren mag!

Wenn Sie ein etwas offensiverer Anleger sind, erscheint es mir sehr vernünftig, dafür zu sorgen, dass Sie bei zwei dieser Richtungsbewegungen Gewinn machen. Bei steigendem Börsentrend und bei sinkendem Börsentrend.

Mit Abstand mein persönlicher Favorit
Meine Lieblingsstrategie für das Börsenklima der kommenden Jahre ist mit Abstand DienstagTrader-Trend. Damit investieren Sie nämlich bei steigendem Börsentrend ausschließlich in Aktien von Unternehmen, die aufgrund der Krise die wenigsten Schwierigkeiten haben oder sogar durch sie profitieren. Und bei sinkendem Börsentrend setzen Sie auch sinkende Kurse von Aktien die, im Gegenteil, die größten Schwierigkeiten infolge der Krise haben.

Es ist genauso einfach wie logisch. Bei steigendem und sinkendem Börsentrend Gewinn machen. Schließen Sie hier ein Abonnement ab.

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Haushaltsdefizit durch Steuersenkungen ausgleichen?

Gesamte Medienaufmerksamkeit Richtung Italien. Steigende Zinsen auf italienische Staatsanleihen und insbesondere natürlich die Tatsache, dass Berlusconi jetzt verschwindet – wie sicher kann man da sein? -, macht Italien zu einem wunderbaren Ziel, auf das man alle Scheinwerfer richtet. Und nach einigen Tagen Scheinwerferlicht und politischem Theater, hat gestern auch die Aktienbörsen heftig reagiert.

Verrückterweise lassen sich die italienischen Probleme, praktisch betrachtet, am leichtesten lösen. Italien hat zwar eine sehr hohe Staatsverschuldung, aber kein übertrieben hohes Haushaltsdefizit. Zudem gab es in Italien in den vergangenen Jahren keine Immobilienblasen, so wie es sie in Spanien und Irland gab. Italien muss sich auch weniger vor seinem Bankensektor fürchten, als viel „stärkere“ EU-Länder. Und außerdem ist der italienische Bürger ein konservativer Sparer. Es gibt also genügend andere Länder, die viel größere Probleme haben, als Italien!

Das einzige, wofür Italien im Übrigen sorgen müsste, wäre eine Reformierung. Kosten sparen, indem ein großer Teil der enormen Bürokratie weggelassen werden müsste. Außerdem Steuern senken, sodass Unternehmer wieder ermutigt werden zu unternehmen. Leider tun Politiker überall in der EU genau das Entgegengesetzte. Sie kürzen überall ein wenig und erhöhen die Steuern.

Ein Haushaltsdefizit durch Steuersenkungen ausgleichen? Klingt paradox, aber so funktioniert es tatsächlich. Was so gut wie niemand realisiert, ist, dass ALLE Steuereinnahmen eines Landes direkt oder indirekt das Ergebnis der Tatsache ist, das es Menschen gibt, die so verrückt sind, Unternehmen zu gründen. Keine Unternehmen, keine Steuereinnahmen.

Wenn man als Land also höhere Steuereinnahmen kreieren möchte, sollte man es bestehenden Unternehmern attraktiver machen, in die Zukunft ihrer Unternehmen zu investieren und man sollte es für die Menschen attraktiver machen, ein Unternehmen zu gründen. Je mehr Unternehmer, desto höher die Steuereinnahmen.

 

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Wo soll all das Geld herkommen?

Ein EU-Notfonds, der Allem und Allen helfen kann. Länder können uneingeschränkt zu 3,5% Gelder leihen und er darf sogar Banken finanzieren. Außerdem darf der Notfonds auch einfach Staatsanleihen aufkaufen, so wie es Bernanke in den Vereinigten Staaten tut. Glänzende Lösung!

Der einzige kleine Minuspunkt ist der, dass ein EU-Notfonds, der so viel Befugniss bekommt, auch viel Geld haben muss. Und die Frage ist natürlich, wo all dieses Geld herkommt. Antwort: Das Geld kommt letztendlich ganz einfach von uns, Steuerzahlern aus Ländern, die vom Kapitalmarkt (noch) nicht als Risikoländer eingestuft werden.

Spanien muss jetzt 5,8% zahlen, wenn es am Kapitalmarkt Geld leihen will. Italien 5,4%. Das bedeutet, dass die Unterstützung des EU-Notfonds diese Länder nun effektiv Geld kosten wird, während auch noch das Risiko besteht, dass sie ihren Beitrag an den Notfonds niemals wiedersehen werden. Wie lange wird es wohl dauern, bevor diese Länder anfangen darüber zu meckern, dass sie auch nur 3,5% Zinsen zahlen wollen?

Und wie groß muss der Fonds sein, um all den Anträgen auf Unterstützung gerecht werden zu können? Er wird bald zu klein sein, wenn die Geldpressen nicht im großen Stil angeschmissen werden. Ich betrachte „Geld drucken“ als die einzige „Lösung“ für die ganze Geschichte. Mit der Folge, dass der Euro rasend schnell in Richtung seines eigentlichen Wertes geht: Null.

 

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Wir warten auf ein Basta!

Mit unserer Anleihenstrategie warten wir bereits eine Weile geduldig darauf, dass die Zinsen auf amerikanische Anleihen bald stark steigen werden.

Es herrscht gerade der ganze Rummel um Italien und Spanien, obwohl es diesen Ländern finanziell viel weniger schlecht geht, als den Vereinigten Staaten. Die italienische Regierung gibt jedes Jahr 10% mehr aus, als sie einnimmt und hat jetzt Sparmaßnahmen angekündigt. Die amerikanische Regierung gibt satte 65% mehr aus, als sie einnimmt und dort gibt es keinerlei Anzeichen für substantielle Sparmaßnahmen!!

Italien kann nicht devalvieren
Der große Unterschied liegt natürlich darin, dass die Vereinigten Staaten neues Geld drucken können und so ihre Währung devalvieren können, während Italien am Euro festklebt. Und es sieht so aus, als würden Anleihenanleger nur aus diesem Grund italienische Anleihen abwerfen und die amerikanischen noch kurz festhalten.

Frage ohne Antwort
Wenn man jedoch weiß, dass ein Land unbegrenzt Geld druckt und demnach bewusst Inflation kreiert, wer kommt dann noch auf die Idee, Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zu kaufen, um dafür dann anschließend 3% Zinsen zu bekommen? Wenn man am Ende der Laufzeit je 1.000$ pro Anleihen zurückbekommt, kann man sich für diese 1.000$ nur noch halb so viel kaufen wie jetzt gerade.

Auf diese Frage haben wir keine Antwort. Es ist ganz einfach ebenso unbegreiflich wie die Frage, warum Anleger das 50-fache des Gewinns für eine Aktie zahlen.

Wende?
In der vergangenen Woche entwickelte sich der amerikanische Anleihenmarkt in eine für uns gute Richtung. Auf den Kursgraphiken sahen wir außerdem positive Divergenzen zwischen den Kursen und diversen Indikatoren. Das kann darauf hinweisen, dass jetzt eine kräftige Bewegung in Gang gesetzt wurde. Es wäre höchste Zeit dafür.

Es kann also gut sein, dass wir bald den Anfang der großen Kursbewegung sehen werden, die wir bereits seit einiger Zeit erwarten. Erweist es sich doch als anders, warten wir geduldig ab.

Basta!
Der gesamte amerikanische Anleihenmarkt wächst jedes Jahr um 1.500 Milliarden Dollar. Das ist nämlich die Summe, die die Regierung jedes Jahr zu viel ausgibt und sich dann wieder leihen muss. Wir warten geduldig auf den Tag, an dem Anleiheninvestoren (diejenigen also, die ihr Geld der amerikanischen Regierung leihen) sagen: Basta! Und dann werden wir einen enormen Gewinn einfahren.
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Warum der Euro verdammt ist (1)

Ich habe letzte Woche einige sehr interessante Analysen gelesen. In einer ging es um eine ausführliche Erklärung darüber, warum der Euro fast dazu verdammt ist auseinander zu brechen. Ich halte dies für so wichtig, dass ich Ihnen diese Erklärung absolut mit auf den Weg geben möchte. Ich habe versucht, es so klar und deutlich wie möglich aufzuschreiben. Es könnte jedoch sein, dass es hier und da vielleicht kurz etwas kompliziert wird.

Diese Woche Teil 1:

Spanien ist der Dumme, und gar nicht mal so knapp
Wir beginnen die Analyse mit einer einfachen ökonomischen Wahrheit. Die Wahrheit ist, dass das Bruttoinlandsprodukt (die gesamte Wirtschaft also) eines Landes aus folgenden drei Teilen besteht:

  1. Investitionen und Ausgaben der Regierung
  2. Investitionen und Ausgaben der Bürger und Unternehmen
  3. Unterschied zwischen Export und Import

Wenn man also Wirtschaftswachstum realisieren möchte, muss die Regierung mehr Geld ausgeben oder Bürger und Unternehmen müssen mehr Geld ausgeben oder es muss mehr exportiert oder weniger importiert werden. Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Hierbei gilt für Regierung, Bürger und Unternehmen, dass sie, wenn sie denn dann mehr Geld ausgeben und dies größtenteils über Kredite tun, die Folgen hiervon einige Jahre später als Bomerang-Effekt aufgetischt bekommen.

Die Folge von heftigen Einsparungen
In Spanien wird das Haushaltsdefizit dieses Jahr laut Erwartungen bei ca. 9,4% des BIP liegen. Das spanische BIP beträgt ungefähr 990 Milliarden Euro. Die spanische Regierung wird darum dieses Jahr 93 Milliarden Euro mehr ausgeben als in den Haushalt hineinfließen wird. Anders ausgedrückt heißt das, dass 93 Milliarden des BIP auf Pump ausgegeben werden.

Jetzt wird die Regierung sparen und möchte dass das Haushaltsdefizit 2011 bei 7% liegt. Man wird 2011 also nur 69 Milliarden Euro mehr ausgeben als eingenommen wird. Die spanische Regierung wird 2011 also 24 Milliarden weniger ausgeben als 2010.

Schlussfolgerung: Wenn Bürger und Unternehmen nächstes Jahr genauso viel ausgeben wie 2010 und wenn der Export und der Import so hoch bleiben wie 2010, wird die spanische Wirtschaft nächstes Jahr um 2,4% schrumpfen. Auf in eine neuen Rezession.

Um eine Rezession zu verhindern, müssen Bürger und Unternehmen nächstes Jahr plötzlich sorgenfrei und optimistisch werden und 24 Milliarden Euro mehr ausgeben als 2010. Oder die spanischen Unternehmen müssen für 24 Milliarden Euro mehr exportieren und/oder weniger importieren. Und wenn das funktionieren würde, gäbe es immer noch nur Wirtschaftsstillstand.

Rezession ist unvermeidbar
Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch viel größer, dass die Spanier und die spanischen Unternehmen nächstes Jahr überhaupt nicht optimistisch sein werden und im Gegensatz eher weniger ausgeben und das Problem so nur noch größer wird. Mehr exportieren ist natürlich eine gute Idee, aber dazu müssten Ausländer auch gerne die spanischen Produkte kaufen! Die Chance ist in naher Zukunft sehr gering, denn Spanien hat seine Konkurrenzposition seit der Einführung des Euro enorm schleifen lassen und dadurch importiert das Land viel mehr als es exportiert. Um den Export wachsen zu lassen, wäre ein jahrelang gleichbleibender Lohn oder sogar Lohnkürzung erforderlich. Sozial unmöglich, denn kein einziger Bürger würde das akzeptieren.

Wir können darum nicht anders und müssen die Schlussfolgerung ziehen, dass die spanischen Sparpläne auf den ersten Blick kontraproduktiv sind und einzig zu einer kräftigen Rezession führen werden. Diese Rezession würde dann wiederum zu niedrigeren Steuereinnahmen führen und alles würde nur noch schwieriger werden. Die Regierung kann jedoch nicht auch weiterhin so viel Geld ausgeben. Dann nämlich explodiert die Staatsverschuldung und niemand würde der spanischen Regierung noch Geld leihen. Und Geld leihen zu können ist essentiell um das Rad am Laufen zu halten.

Der große Unterschied zwischen Früher und Jetzt
Bevor es den Euro gab, wurde eine solche Krise ganz einfach gelöst. Geld drucken und die Währung damit abwerten. Damit wurden spanische Produkte günstiger, der Export bekam zeitweilig Wind von hinten und importierte Produkte wurden teurer, also weniger interessant für den spanischen Bürger. Langfristig schlecht für die Wirtschaft, aber für Politiker und Zentralbankiers ein großartiger „Quick Fix“.

Durch den Euro ist dieser „Quick Fix“ jetzt nicht mehr möglich. Ganze 80% des spanischen Exports gehen in andere Euroländer. Für die restlichen 20% müssen die Spanier auf einen Rückgang des Euro hoffen, aber das ist vorläufig nicht sehr wahrscheinlich. Die Länder im hohen europäischen Norden (insbesondere Deutschland) haben nämlich viel besser auf ihr Geld und auf ihre Konkurrenzposition geachtet und können darum jetzt sehr wohl auf einen blühenden Exportsektor zählen.

Ich habe hier Spanien als Beispiel genannt, aber ich könnte hier genauso gut auch Portugal, Italien und Griechenland hinzufügen. Irland gehört eigentlich auch dazu, hat jedoch mehr Chancen weil die irische Wirtschaft mehr auf den Export in Länder außerhalb Europas gerichtet ist.

Die einzig mögliche (theoretische) Lösung für Spanien
Das wären in der Tat Sparmaßnahmen (es gibt keine Wahl) und Lohnkürzungen. Man müsste also bereit sein, jahrelang durch eine wirtschaftliche Hölle zu gehen und in dieser Zeit hart an der Verbesserung der Konkurrenzposition arbeiten. Hart arbeiten um damit die ausländische Nachfrage für spanische Produkte kräftig zu steigern. Aber wo findet man auch nur einen europäischen Bürger, der bereit ist solche Opfer zu bringen? Spanien (und auch Griechenland, Italien und Portugal) befindet sich in einer ausweglosen Situation.

Nächste Woche Teil 2:
Warum wir als Folge dieser Situation am Ende auch der Dumme sein werden

 

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Ruhe auf den europäischen Anleihemärkten

Auf den europäischen Anleihemärkten ist es kurz ruhig. Italien und Portugal konnten sich diese Woche auf den Kapitalmärkten problemlos Geld leihen. Darlehen mit einer Laufzeit von bis sogar 30 Jahren. Selbst Griechenland nahm 1,6 Milliarden auf, auch wenn das nur kurzfristiges Schuldpapier war. Man fragt sich, wie es dazu kommt, dass man sein Geld für einen so langen Zeitraum an einen zahlungsunfähigen Staat ausleiht. Die Antwort darauf finden Sie teilweise in meinen Artikel „der weltweite Geldtopf“ von letzter Woche (siehe hier). Es gibt schlichtweg zuviel Geld, welches eine Zweckverwendung sucht.

Parallel gilt, dass die Anleihen frei verhandelbar sind. Die institutionellen Anleger haben diese Anleihen gezeichnet, in der Erwartung, dass alles nun eine Zeit lang ruhig bleibt und haben sehr wahrscheinlich ihre Anleihen mit einem Stop-Loss-Auftrag verbunden. Dies geht natürlich gut, solange es nicht zu viele Stop-Loss-Aufträge von zu vielen institutionellen Anlegern zugleich trifft. Wenn dies passiert, dann entsteht Panik auf den Anleihemärkten.

Die oben beschriebene Situation hat auch das Selbstvertrauen der Europäischen Zentral Bank erneuert, denn die erklärten gestern, dass sie die Chance auf eine neue Rezession völlig ausschließen. Das ist eine gewagte Aussage von einem Institut, was mit seinen bisher getätigten Prophezeiungen nicht bewiesen hat, ein Genie zu sein. Ich kann diese Aussage dann auch nur als einen taktischen Zug sehen, damit die Ruhe auf den Anleihemärkten so lange wie möglich andauert.

 

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Was würden Sie tun, wenn Sie Deutschland wären?

Stellen Sie sich vor, Sie säßen mit einer Gruppe aus sechs Freunden in der Schule und beschlössen, Freud und Leid zu teilen. Sie vereinbaren, die Ergebnisse der Abiturprüfung miteinander zu teilen und gleichzeitig legen Sie fest, dass jeder dafür pro Woche eine bestimmte Stundenanzahl lernen müsse.

Sie geben natürlich, den Vereinbarungen folge tragend, ihr Bestes. Die Abiturprüfung steht vor der Tür und Sie bekommen als Endnote eine 1,5. Im Anschluss zeigt sich allerdings, dass Ihre Freunde im Durchschnitt nur eine 4 erreicht haben. Eine herbe Enttäuschung! Sie haben vereinbart alles miteinander zu teilen und damit bekommt jeder dieselbe Endnote: eine 3,6.

Dann finden Sie heraus, dass die anderen bei weitem nicht so viel gelernt haben wie vorab besprochen. Ihre Freunde haben den Karren in den Dreck gefahren und Sie sind nun das Opfer. Was tun Sie jetzt? Bleiben Sie loyal und akzeptieren Sie die 3,6 als Endnote mit all ihren Folgen? Obwohl Sie wissen, dass Sie eine 1,5 verdient hätten? Oder revidieren Sie die Vereinbarung weil Sie sauer sind, dass die anderen ihrem Teil des Abkommens nicht nachgekommen sind?

Deutschland vs. PIIGS
Obige Situation könnte man mit der Beziehung zwischen Deutschland und den europäischen PIIGS-Ländern Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien vergleichen. Seit 2000 sind die Lohnkosten in Deutschland pro Produktionseinheit insgesamt um ca. 8% gestiegen. Deutschland hat seine Kosten demnach sehr gut unter Kontrolle gehabt und erzielte in dieser Woche nicht umsonst wieder eine starke Steigung des Handelsüberschusses.

30-40% Steigung der Lohnkosten
Während Deutschland seine Kosten unter Kontrolle hielt, stiegen die „unit labour costs“ in den PIIGS-Ländern innerhalb der vergangenen zehn Jahre um ganze 30 bis 40%. Diese fünf Länder haben damit die Konkurrenzposition, die sie 2000 inne hatten fachmännisch vermasselt. Einfach ausgedrückt sind ihre Produkte im Ausland viel teurer geworden und das führt zu weniger Export und damit zu weniger Umsatz. Die Konsequenz ist die, dass der Klassenbeste vom Rest der Klasse heruntergezogen wurde und das wiederum wirkt sich auf den Kurs des Euro und schließlich auf die Kaufkraft der deutschen Bürger aus.

Das Schlimmste jedoch ist, dass wir hier über eine Periode von zehn Jahren sprechen. 2003 konnte jeder Politiker bereits vorhersehen, dass sich diese Entwicklung zutrug, denn genau für solche Vorhersagen hat man die Rating-Agentur Eurostat ins Leben gerufen. Sie hatten also genügen Zeit, Maßnahmen zu ergreifen und haben genau dies versäumt.
Was würden Sie an Deutschlands Stelle tun?

 

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