Fan von Jens – und von Klaas

Wenn Sie diesen Newsletter schon eine Weile verfolgen, wissen Sie, dass ich nicht unbedingt eine hohe Meinung von Zentralbankern und Politikern habe. Schreckliche Leute.

Es gibt aber Ausnahmen.

Ich halte zum Beispiel sehr viel vom indischen Premier Narendra Modi (Foto rechts) und vom indischen Zentralbanker Raghuram Rajan (Foto links).

Rajan warnte bereits im Jahr 2005 vor einer Finanzkrise. Und er verurteilte die Politik der amerikanischen Zentralbank noch vor einem Jahr aufs Schärfste.

Nach seinem Amtsantritt 2013 wies er die indische Bevölkerung daraufhin, dass zuerst die Inflation (die damals über 10% lag) herabgesenkt werden müsse und erst danach ein gesundes Wirtschaftswachstum eintreten könne. Er hob ungefähr unmittelbar nach seinem Amtsantritt die Zinsen an.

Modi und Rajan sind ein Spitzenteam, das Indien noch jahrelang große Freude bereiten wird.

Deutschland
In Deutschland haben wir Jens Weidmann. In der aktuellen Situation kommt er als lame duck daher. Er kann im eigenen Land kein Zeichen setzen, weil wir Teil der Eurozone sind. Und er befindet sich auf europäischer Ebene in Sachen politischer Vorstellungen in einer Minderheit.

Jens war aber dennoch einer derjenigen, die nicht für den EZB-Plan stimmten, jeden Monat 60 Milliarden Euro zu drucken. Gemeinsam mit seinem niederländischen Kollegen Klaas Knot (der im letzten Jahr übrigens ohne viel Aufhebens 122 Tonnen Gold zurück in die Niederlande schaffte).

Und nicht einmal eine Woche, nachdem die EZB effektiv mit dem Gelddrucken begonnen hat, warnten beide schon vor dessen blasenartigen Folgen. Denn Gelddrucken verursacht immer unerwünschte Nebeneffekte wie z.B. Blasen.

Das wird Draghi vielleicht nicht gut finden, aber Weidmann und Knot zeigen, dass sie im Interesse des einfachen Bürgers denken.

Frankreich und EU-Spitzen stark kritisiert
Zugleich äußerten beide, dass sie nicht unbedingt zufrieden sind mit der Tatsache, dass Frankreich, Italien und Belgien sich dieses Jahr nicht an die Haushaltspläne halten müssen. Vor allem Klaas Knot hatte eine sehr ausgesprochene Meinung zu Frankreich.

Er sagte, er fände es absolut skandalös, dass Frankreich die europäischen Haushaltspläne zum elften Mal in sechszehn Jahren ignoriert. Und damit auch noch durchkommt.

Beide äußern damit indirekt große, jedoch völlig berechtigte Kritik zu Merkel, Schäuble, Rutte und Dijsselbloem. Denn sie haben dem zigsten Aufschub für Frankreich ohne Murren zugestimmt.

Es ist scheinbar wichtiger, Dijsselbloems Nebenjob als Euro-Gruppen-Chef zu sichern oder zu verhindern, dass ein Italiener oder Franzose diesen Stuhl bekleidet, als die Glaubwürdigkeit europäischer Haushalsabsprachen hoch zu halten.

Ich werde ein immer größerer Fan von Jens Weidmann. Und von Klaas Knot.

 

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Das besondere Zimmer des ersten Arbeitstages

Letzte Woche habe ich das neue Buch von John Mauldin mit dem Titel „Code Red“ gekauft.

Wenn eine im Grunde genommen intelligente Person Chef einer Zentralbank wird, verhält es sich laut John Mauldin so, dass diese Person an seinem ersten Arbeitstag in ein ganz besonderes Zimmer geführt wird.

In diesem Zimmer bekommt der neue Zentralbanker ein spezielles Serum eingeflößt. Das hat zufolge, dass er hinterher automatisch Zentralbanker-Unsinn von sich gibt.

Keine andere Erklärung
John Mauldin findet (nach langer Suche) keine andere Erklärung für die Tatsache, dass erwachsene, intelligente Menschen den dämlichsten Unsinn von sich geben und die dümmsten Dinge tun, sobald sie Zentralbanker geworden sind.

Als ich dem niederländischen EZB-Mann Klaas Knot zum ersten Mal zuhörte, erwachte ein Funke Hoffnung in mir.

Sollte es doch eine Person geben, die einfach mal ihren logischen Verstand nutzte? Wirkte das Serum bei Klaas Knot vielleicht nicht? Er ist schließlich ein Mann aus dem Norden, wo man den Leuten eine gute Portion Nüchternheit unterstellt.

Jammer schade. Ich habe mich wiederum geirrt.

Letzte Woche erschien eine Nachrichtenmeldung in der Klaas Knot mitteilte, dass er nichts dagegen hätte, wenn die EZB die Zinsen auf unter null herabsenken würde. Negativzins.

Manipulation als höhere Kunst
Man würde dann also Geld auf ein Sparkonto einzahlen und dafür dann überhaupt keine Zinsen mehr bekommen. Man müsste seine Bank dann vielleicht sogar dafür bezahlen, dass sie Ihr sauer verdientes Geld leihen darf.

Der aktuell lächerlich niedrige Zins ist bereits eine direkte Folge heftiger Manipulation. Sollte es zu einem negativen Zins kommen, erreicht die Kunst der Manipulation durch Zentralbanker ein noch höheres Niveau.

Wir werden bald erst so richtig in einer verdrehten Welt leben.

Geld der Bank
Bei Negativzinsen sollte man seine Euro besser von der Bank holen und unter seine Matratze legen. Unter meine Matratze kommt übrigens kein Geld. Ich führe mein Erspartes nämlich lieber in Form von physischem Gold und Silber.
Und dafür nutze ich diese Anbieter.

 

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