Italienische Zustände

Das Referendum in Italien vom vergangenen Sonntag ist meiner Meinung nach nicht vergleichbar mit dem Ukraine-Referendum in den Niederlanden, dem Brexit-Referendum oder den Wahlen in Amerika.

Das italienische NO war in meinen Augen absolut keine Stimme gegen die politische Elite.

Renzis großer Fehler
Denn die große Mehrheit der normalen Italiener hat, laut Meinung eines italienischen Freundes, gründlich darüber nachgedacht, ob ein SI ihrem Land tatsächliche weiterhelfen würde.

Renzi hat meiner Meinung nach den großen Fehler gemacht, dass er nicht nur die Macht des Senates, sondern auch die Macht der unterschiedlichen Regionen begrenzen wollte. Er wollte also mehr Macht in Rom zentralisieren. Und das in einer Zeit, in der die Bevölkerung eher mehr Einfluss haben will.

Das hat dazu geführt, dass viele Italiener befürchteten, dass zu viel Macht an einem Ort läge. Genau das, was die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführte Verfassung verhindern wollte. Und das hat in meinen Augen dazu geführt, dass viele Italiener dagegen stimmten.

Bankrotte Banken
Vor gut zehn Monaten habe ich Ihnen in diesem Artikel mitgeteilt, dass italienische Banken im Grunde pleite sind. Die Konsequenz des Referendums ist nun, dass die ganze Welt jetzt darüber Bescheid weiß.

Neben der Tatsache, dass es in Italien mehr Bankfilialen als Pizzerien gibt, erklärt die folgende Graphik das Ganze auch noch einmal sehr deutlich.

Die Höhe der offenen, faulen Kredite italienischer Banken beläuft sich auf 200 Milliarden Euro. Das entspricht 18% der Gesamtsumme offener Kredite. Und 12% des gesamten italienischen BIP. Eine unhaltbare Situation.

Es muss also dringend eine Lösung her. Und genau hier wird es interessant.

Normalen Sparkunden wurde risikofreies Sparprodukt verkauft
Denn die nach Zypern aufgestellten europäischen Regeln schreiben vor, dass zuerst die Anteilseigner und Anleihegläubiger bei der Rettung einer Bank mitzahlen müssen. Und erst wenn das nicht ausreicht, muss der Sparer eventuell mitzahlen.

In den vergangenen Jahren haben italienische Banken Anleihen im Wert von 240 Milliarden Euro an einfache Sparkunden verkauft. Und sie haben diesen Sparkunden versprochen, dass es sich dabei um ein 100% sicheres Sparprodukt handele.

Wenn diese einfachen Italiener bald ihr Erspartes (größtenteils) verlieren, entsteht ein italienischer Volksaufstand und Beppe Grillo erzielt bei den nächsten Wahlen eine absolute Mehrheit.

Und danach ist dem Euro kein langes Leben mehr vergönnt…

Nach den italienischen Banken folgende weitere
Und darum werden die italienischen Banken irgendwie mit Steuergeldern gerettet werden. Anschließend werden dann auch griechische, spanische und portugiesische Banken mit Steuergeldern gerettet. Und der dickste Fisch im Becken, die Deutsche Bank, muss danach auch mit Steuergeldern gerettet werden.

Gar nicht so verwunderlich also, dass der Euro unter Druck steht.

Euro wird wertlos enden
Für mich ist der Euro daher auch eine Währung, die mit Risiko behaftet ist. Mit enormem Risiko. Der Euro ist eine Währung, die meiner Ansicht nach wertlos enden wird. Mit meinen Ersparnissen setze ich daher lieber auf die Sicherheit von physischem Gold und/oder Silber.

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