Starke Währung = starke Ökonomie

Ich möchte im Folgenden noch etwas tiefer auf den Währungskrieg eingehen, der in diesem Monat ausgebrochen ist. Außerdem möchte ich auf die Tatsache eingehen, dass das Entwerten einer Währung lediglich kurzfristig Vorteile mit sich bringt. Letzte Woche schrieb ich darüber folgendes:

Bewusst die eigene Währung herab zu werten, bringt übrigens nur kurzfristig Vorteile. Langfristig schwächt ein Land auf diese Weise lediglich seine Konkurrenzposition. Langfristig sind Flexibilität, Innovation, Kreativität und Produktivität die wichtigsten Faktoren für eine gute Konkurrenzposition. Es ist schön, dass Unternehmen plötzlich mehr exportieren können weil die Staatswährung zufällig günstiger geworden ist, aber es führt auf Dauer nur zu weniger Scharfsinn und niedrigerer Produktivität. Und das trifft einen am Ende immer in Form eines Bumerang-Effekts mitten ins Gesicht.

Nun einige Erläuterungen…

Schön einfach…
Wenn die eigene Währung günstiger wird, werden die Produkte günstiger. Dazu hat man als Unternehmen jedoch nichts beigetragen. Künstlich also. Wenn man dann ein Unternehmen besitzt, das exportiert, steigt die Nachfrage auf die eigenen Produkte und die Aufträge strömen hinein. Schön einfach. Wenn man es den Unternehmen zu lange zu einfach macht, beginnen sie zu denken, dass das normal sei und sie vergessen sich auf Innovation und Produktivität zu konzentrieren. Gleichzeitig beschweren sich die Arbeitnehmerverbände über zu langsam steigende Löhne und als Führungsebene eines Unternehmens kann man das wiederum nicht abschlagen, weil der Gewinn so fantastisch ist. Die Lohnkosten steigen dementsprechend.

…bis ein internationaler Konkurrent den Markt betritt
Alles schön und gut, bis ein wenig später ein anderes Unternehmen aus einem anderen Land den Markt betritt, das viel innovativer und produktiver ist. Es liefert günstigere Produkte zur selben oder sogar besseren Qualität. Als Unternehmen hat man darauf absolut keine Antwort, denn die komplette Unternehmenskultur ist bereits vergiftet. Alles ging viel zu einfach und Führungsebene und Personal sind es nicht mehr gewohnt täglich hart zu arbeiten, innovativ zu sein, auf die Kosten zu achten, sich auf Produktivität zu fokussieren. Endergebnis ist darum bei fast all diesen Unternehmen eine Reorganisation oder die Verlagerung der Produktion ins Ausland oder ganz einfach der Bankrott.

Jederzeit „müssen“ macht stark
In einem Land mit einer starken Währung sollten Unternehmen niemals einen künstlichen Vorteil einer schwachen Währung erwarten. Unternehmen wissen, dass sie keine Geschenke erwarten sollten, dass sie fortwährend flexibel und innovativ sein müssen, neue Produkte auf den Markt bringen müssen, sich auf Qualität und Produktivität fokussieren müssen und die Kosten scharf überwachen sollten. Sie müssen jeden Tag hart arbeiten. Dieses heilige „müssen“ macht die Unternehmen stark und fähig in jeder Wirtschaftslage gutes leisten zu können.
Darum gilt: starke Währung, starke Unternehmen, starke Ökonomie.

 

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