Kapitalismus den Hals umgedreht

Als ich (vor zu langer Zeit) noch ein kleiner Junge war, haben wir uns oft die teuren Autos der reichen Einwohner unseres Dorfes angeschaut. Wir wussten sehr gut, wie diese reichen Leute ihr Brot verdienten. Es waren erfolgreiche Unternehmer. Und damit war es in meiner Jugend schon für jeden klar: Wer reich werden möchte, muss ein Unternehmen gründen und damit erfolgreich werden.

Seit den vergangenen fünfzehn Jahren geht das allerdings viel einfacher. Und vor allem ohne finanzielles Risiko, so wie es an einem Unternehmen klebt. Man arbeitet bei einer Bank und kämpft sich mit viel Ellbogen hinauf in die höheren Etagen. Anschließend kann man sich mit dem Geld der anderen alles erlauben und versucht auf diese Weise in möglichst kurzer Zeit möglichst hohe Boni einzufahren. Geht es unverhofft schief, dann bekommt man eine dicke Abfindung und sucht sich etwas anderes.

Eine risikofreie Win-Win Situation
Sollte es so schief gehen, dass die Bank in finanzielle Probleme gerät, gibt es da immer noch die Regierung und die Zentralbank, die Hilfen dazu steuern. Aus Bankierssicht eine risikofreie Win-Win Situation. Auf Kosten der Sparkunden und Steuerzahler.

So gut wie jeder Bürger weiß, dass ein solches Phänomen die aktuelle Krise verursacht hat. Zeitgleich kommt es mir so vor, als denke so gut wie jeder Bürger, dass die Krise durch eine Überdosis Kapitalismus verursacht wurde.

Der Punkt ist jedoch, dass das, was die Bankster sich erlaubt haben, absolut nichts mit Kapitalismus zu tun hat. Was Sie im ersten Absatz dieses Artikels lesen (reich werden durch erfolgreiches unternehmen), das ist Eigenschaft des Kapitalismus!

Eine Regierung die sich nicht überall einmischt
Kapitalismus wird außerdem charakterisiert durch eine Regierung, die sich auf ihre Kernaufgaben beschränkt und sich möglichst wenig mit Privatpersonen und Unternehmern beschäftigt. Und eine Zentralbank, die sich nicht mit dem Leitzins beschäftigt und vor allem kein Geld druckt, um die Wirtschaft zu stimulieren.

Low taxes, free trade, stable money
Das sind die wichtigsten Säulen des Kapitalismus. Wir haben keine niedrigen Steuern, es gibt keinen freien Handel und von einer stabilen Währung kann schon gar keine Rede sein.

Ob (und in welchem Maß) Sie Befürworter oder Gegner des Kapitalismus sind, müssen Sie vor allem mit sich selber klären. Aber denken Sie bitte nicht, dass die vergangenen 20 Jahre von aufkeimendem Kapitalismus gekennzeichnet sind. Politiker, Zentralbanker und einfache Banker haben dem Kapitalismus eher den Hals umgedreht…

 

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Frei importieren und exportieren

Free trade, stable money, low taxes. Freier Handel, eine stabile Währung und niedrige Steuern. Das ist das einzige Mittel für eine strukturell gesunde Wirtschaft.

Eine stabile Währung funktioniert nur, wenn die Länder ihre Währungen direkt mit Gold verbinden. Durch den Druck riesiger Geldmengen und der gegenwärtigen Angst vor einer starken Währung Seitens der Politiker, können wir behaupten, dass der Wert unseres Geldes noch nie zuvor in der Geschichte so instabil war wie derzeit.

Freier Handel bedeutet, dass Firmen ihre Produkte frei importieren und exportieren können. Davon kann aktuell gar keine Rede sein. In den USA wird gerade sogar ein Gesetzesentwurf besprochen, durch den zusätzlicher Importzoll aus Ländern eingetrieben werden soll, die nach Meinung der Amerikaner eine zu günstige Währung haben. China also.

Und von niedrigen Steuern kann überhaupt keine Rede mehr sein. Wir hören von EU-Politikern sogar immer häufiger, dass sie Steuern erhöhen werden, um die Staatskassen zu füllen. Paradox ist allerdings, dass ein Land, das mehr Steuern einfahren möchte, die Steuertarife eher herabsenken muss. Eine Erhöhung würde bedeuten, dass Menschen und Unternehmen nach anderen Lösungen suchen. Eine Herabsenkung hat den umgekehrten Effekt: Ein Land wird für Menschen und Firmen sogar lukrativ.

Am Wochenende habe ich gelesen, dass die USA 1921 einen Höchststeuersatz von 73% handhabten (eine Folge von WW1). Amerikaner mit einem Einkommen über 100.000$ zahlten 28% aller Steuern. In den Jahren danach wurde der Tarif in Etappen bis auf 25% im Jahr 1926 herabgestuft. Dieselbe Gruppe reicher Amerikaner zahlte dann 51% aller Steuern. Die starke Steuersenkung hat damals dazu geführt, dass der Staat an den reichen Amerikanern nur noch mehr verdiente.

Wenn Sie herausfinden möchten, in welche Richtung sich die Welt entwickelt, beurteilen Sie dann in wie weit wir uns Richtung freier Handel, stabile Währung und niedrige Steuern entwickeln. Wir sind der Meinung, dass wir uns in genau die falsche Richtung entwickeln. Und das insbesondere im Hinblick auf den Wert unseres Geldes. Genau darum ist es so wichtig, sich mit eigenem Gold und Silber zu schützen.

 

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