Jetzt bereits Anzeichen von Stagflation

Gestern habe ich darüber berichtet, dass die EZB keine andere Wahl hat, als Italien zu helfen (sollte es wo weit kommen). Sie wird also erneut mehr Geld drucken müssen, um sicherzustellen, dass italienische und französische Banken nicht kippen.

Aber auch in Deutschland geht es dem Bankenwesen nicht unbedingt glänzend. Schauen Sie sich hier unten beispielsweise die Langzeitgraphik der Deutschen Bank an.

Anleger haben keinerlei Vertrauen mehr in das, was einst Deutschlands Stolz war.

Die Wahrscheinlichkeit, dass deutsche Banken während einer nächsten Rezession/Krise gerettet werden müssen, ist enorm groß. Das gleiche gilt übrigens für spanische Banken.

Die EZB wird alle Hände voll zu tun haben!

Größter Rückgang Einzelhandel seit 2013
Aber auch der deutschen Wirtschaft geht es immer weniger gut. Vorgestern wurde deutlich, dass deutsche Verbraucher eher kein Geld ausgeben.

Der Einzelhandel sank im September um 2,6%. Der schärfste Rückgang seit 2013. Das stimmt keinen Verkäufer zufrieden.

Ein deutlicheres Zeichen einer stagnierenden Wirtschaft gibt es nicht.

Höchste Inflation seit 2008
Vorgestern zeigte sich auch, dass die Inflation in Deutschland auf 2,5% gestiegen ist. Auf das höchste Niveau seit 2008.

Der größte Rückgang im Einzelhandel seit 2013 kombiniert mit dem höchsten Anstieg der Preise seit 2008.

Stagnierende Wirtschaft + Steigende Inflation = Stagflation.

Und das alles, obwohl die EZB-Zinsen schon seit Jahren auf 0% liegen und obwohl die EZB in den vergangenen Jahren schon eine atemberaubende Menge Geld gedruckt hat.

Die EZB ist also nach wie vor stark damit beschäftigt, die Euro-Wirtschaft zu stimulieren.

Geld drucken, obwohl Inflation schon steigt
Gestern nannte ich Ihnen drei Gründe, die für einen systematischen Anstieg der Inflation in den kommenden Jahren sprechen.

Hier sehen wir nun schon vor unserer eigenen Nase, dass die deutsche Wirtschaft stagniert, während die Inflation steigt.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen und die EZB sieht sich gezwungen, die Zinsen auf 0% zu halten und die Geldpressen wieder anzuschmeißen, dann werden Sie als Sparkunde sehr glücklich sein, wenn Sie physisches Gold besitzen.

Denn die Kaufkraft des Geldes auf Ihrem Sparkonto und die Kaufkraft Ihrer Rente werden dezimiert.

 

Teilen Sie diesen Artikel per Mail oder auf Ihren Social Media Kanälen

Garantierter Verlust

Belgier parken Rekordsumme auf Sparbüchern„. Diese Nachricht las ich am Montag in einer belgischen Zeitung. Die Belgier haben im letzten Jahr ganze 23 Milliarden Euro auf ihre Sparbücher eingezahlt und haben damit ein Gesamtsparguthaben von 172 Milliarden Euro. Allein schon die einfache Tatsache, dass etwas so massenhaft geschieht, ist bereits ein erstes Zeichen dafür, dass es keine gute Idee ist.

Des Weiteren ist es auch frappant, dass so viele Menschen sich für einen garantierten Verlust der Kaufkraft entscheiden. Diese sparenden Belgier (in Deutschland ist es auch nicht anders) bekommen durchschnittlich 2% Zinsen und zahlen dafür dann auch noch 15% Steuern. Und das, obwohl die offizielle belgische Inflation im Dezember bei 3,1% lag. Das Sparguthaben dieser braven Sparer verliert damit jedes Jahr durchschnittlich 1,4% an Wert. Und das basiert dann noch auf die derzeitige Situation, während die Inflation eine steigende Tendenz verzeichnet.

Noch frappanter ist allerdings, dass so viele Menschen ihr Geld denselben Banken anvertrauen, die das Geld ihrer Sparkunden bis 2008 in wertlos verpackte Hypotheken investierten, um so ihre eigenen Boni in die Höhe treiben zu können. Alles vergeben und vergessen? Wieder absolutes Vertrauen in Banken? Oder setzen die Menschen doch auf eine Regierung die Garant steht? Und das, obwohl die belgische Staatsverschuldung die 100% des BNP übersteigt?

Im Dezember 3,1% Inflation, obwohl von der OECD für das Jahr 2010 ein Wirtschaftswachstum von 2% erwartet wurde. In Spanien stieg die Inflation im Dezember auf 2,9% und dort erwartete man für 2010 überhaupt kein Wirtschaftswachstum. Inflation ist in einem normalen Wirtschaftszyklus ein Phänomen, das bei einer überhitzten Wirtschaft auftritt. In Belgien und Spanien tritt gerade Inflation ein, obwohl es kein oder kaum Wirtschaftswachstum gibt. Das resultiert in einem wahren Albtraum. Dieser Albtraum heißt Stagflation.

 

Teilen Sie diesen Artikel per Mail oder auf Ihren Social Media Kanälen