Weitere schmutzige Spielchen um Griechenland

Ob es nun einen Deal geben wird oder nicht, Griechenland ist jetzt mindestens so pleite wie schon 2010. Die einzige Lösung wäre ein starker Schuldenerlass und ein gemeinschaftliches und umfangreiches Vorgehen, um wieder Ordnung in das Land zu bekommen.

Einen Schuldenerlass können die EU-Politiker der europäischen Bevölkerung nicht attraktiv verkaufen, denn damit würden sie zugeben, dass sie 2010 unglaublich versagt haben.

Und das rigorose Vorgehen der EU-Politiker, hat in den vergangenen fünf Jahren schon zu ausreichend Elend geführt. Kein einziger Politiker wird aber zugeben, dass die Troika (EU, EZB, IWF) das Land nur noch weiter in den Schlamassel geritten hat.

Ein hoffnungsloser Zustand. Mit einem Deal würden die Politiker das Problem wiederum eine Weile von sich wegschieben und Griechenlands Schulden würden noch weiter ansteigen.

Die üble Rolle der EZB…
Was zu wenig Beachtung bekam, ist die üble Rolle der EZB.

Am Montag habe ich in dieser brillanten Kolumne von Ambrose Evans-Pritchard (der wohl angesehenste Finanzkolumnist Europas) gelesen, dass die EZB in den vergangenen Wochen unter der griechischen Bevölkerung Unruhe säte und die Griechen anstachelte, massenhaft Geld von ihren Konten anzuheben.

Und das obwohl die EZB vor allem die Aufgabe hat, Stabilität zu gewährleisten!

In Pritchards Kolumne können Sie übrigens auch lesen, dass dies nicht das erste Mal ist, dass die EZB über ihre Ziele hinausgeschossen ist. Dass es sich keineswegs um eine unabhängige, sondern um eine rein politische Institution handelt.

…und des IWF
Des Weiteren drohte Christine Lagarde im Namen des IWF damit (er wurde notabene errichtet, um Ländern in Not zu helfen), Griechenland zunichte zu machen, wenn das Land am 30. Juni keine 1,6 Milliarden Euro überweist.

Dass sie damit das normale IWF-Protokoll für verspätete Zahlungen komplett ignoriert, tut scheinbar gerade nichts zur Sache.

Varoufakis Vorschläge
In seiner Kolumne verweist Pritchard auch auf die Vorschläge von Yanis Varoufakis, während des Eurogruppen-Treffens letzte Woche.

Was Varoufakis dort vorschlug, klingt völlig logisch. Diese Vorschläge könnten von einem Vollblutkapitalisten stammen!

Aber anscheinend hat die Troika kein großes Interesse daran, Griechenland wirklich aus dem Sumpf zu ziehen. Sie bedrängen Tsipras und Varoufakis von allen Seiten.

Um jeden Preis
Und das ist scheinbar so wichtig, dass sogar sogenannte unabhängige Institutionen ihre eigenen Regeln brechen und/oder überschreiten, um das kleine Griechenland maximal unter Druck zu setzen.

Die desaströse Strategie der Troika muss anscheinend um jeden Preis umgesetzt werden…

 

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Ein einziges großes Schauspiel

Sie haben durch die Medien vermutlich mitbekommen, dass Varoufakis einen Plan zur Reformierung Griechenlands eingereicht hat, dass Jeroen Dijsselbloem sehr zufrieden damit war und dass alles so bleiben wird wie gehabt.

Es ist immer schön zu wissen, was Jeroen Dijsselbloem so zufrieden macht. Hier der Brief, den Varoufakis Anfang letzter Woche schrieb. Fünf Seiten. Aber satte 62 Dinge, die reformiert werden müssen.

Hört sich ehrgeizig an. Ich habe mir allerdings zwei Fragen gestellt, als ich diesen Brief gelesen habe.

Frage 1
Wie soll das alles umgesetzt werden, ohne dass das Land komplett kippt?

In den meisten europäischen Ländern setzen die Regierungen fast jeden einzelnen Computerisierungs-Prozess in den Sand, den sie sich vorgenommen haben. Das soll was geben, wenn die Griechen ihren gesamten Regierungsapparat in kurzer Zeit reformieren wollen.

Frage 2
Wenn vier Jahre nach Ausbruch der Krise noch so viel reformiert werden muss, was bitte haben die Griechen, die EU-Politiker und die Typen von der Troika denn in den vergangenen vier Jahren dann gemacht?

Haben sie nur die Gehälter und Renten von Philipos Normalverbraucher herabgestuft, Leute entlassen und Steuern erhöht?

Mein Fazit
Das alles ist ein großes Schauspiel, in dem es weit wichtiger ist, schöne Pläne auf Papier zu bringen als sie auch umzusetzen. Solange Probleme wieder eine Weile weggeschoben werden können, geht alles einfach weiter wie gehabt.

Das zeigt auch die zigste Fristverlängerung für die Franzosen, die sich schon seit der Einführung des Euro nicht um Steuerabsprachen scheren.

Junge, junge. Diese Politiker machen mich echt pessimistisch!

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