Wachstumsprognose der EU-Kommission wertlos

Haben Sie das Ende letzter Woche auch in den Nachrichten gehört? Die Wirtschaftserholung in der Eurozone wird sich in den kommenden zwei Jahren fortsetzen. Die EU-Kommission hat es selbst gesagt!

Am Donnerstag veröffentlichte die EU-Kommission nämlich dieses ganze 204-seitige Dokument, in dem erklärt wird, dass sich die Wirtschaft in den kommenden zwei Jahren stetig erholen wird. Dieses Jahr 1,6% Wirtschaftswachstum, nächstes Jahr 1,8% und 2017 dann 1,9% Wachstum.

Warum man für eine so vorhersehbare Prognose gut 200 Seiten vollschmieren muss, ist mir ein Rätsel. Aber das lassen wir hier jetzt einmal außen vor…

China hinkt vorwärts
Nur ein paar Tage bevor die EU-Kommission am Donnerstag ihren Report veröffentlichte, konnten wir folgende Meldung über China lesen:

 

 

Die Industrieproduktion sank dort zum dritten Mal infolge, was darauf schließen lässt, dass Verbraucher weltweit immer weniger ausgeben. Dadurch exportiert China weniger und die nächste Währungsabwertung Chinas rückt immer näher.

Daraufhin wird dann der europäische Export nach Asien teurer und gerät noch stärker unter Druck.

Wachstumsmotor läuft nicht rund
Und am Tag als die EU-Kommission ihren Report veröffentlichte, erschien auch die folgende Schlagzeile über die deutsche Wirtschaft:

 

 

Auch nicht gerade eine Meldung, die auf eine sich gut erholende Wirtschaft schließen lässt. Aber vor allem die zigste Meldung, die darauf deutet, dass Deutschland, der Wachstumsmotor der Eurozone, es immer schwerer hat.

Diese Wachstumsprognose wird daher auch auf keinen Fall eintreten. Dieses ganze, 204-seitige Dokument ist vollkommen wertlos. Schon jetzt.

Keine Erholung. Aber viel Geld drucken.
Draghi und seine Kollegen werden die Geldpressen Ende des Jahres oder Anfang 2016 noch schneller drucken lassen. Sparzinsen werden dann höchstens noch 0,0% betragen.

Denn Draghi weiß, dass wir nächstes Jahr erneut in einer Rezession landen werden, wenn der Euro nächstes Jahr nicht weiter sinkt. Das Problem ist jedoch, dass Draghis Kollegen genauso über ihre eigenen Währungen denken.

Je mehr Geld sie drucken…
Je mehr Geld diese ganzen Zentralbanker drucken werden, desto höher steigt der Preis von Gold und Silber letztendlich.

Und der Kursgewinn der Aktie, von der ich letzte Woche bereits berichtete, steigt auf stratosphärische Höhen…

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Was tun sie, wenn…?

Die Eurozone ist jetzt schon Jahre damit beschäftig, sich wirtschaftlich zu erholen. Die EZB belässt die Zinssätze jetzt schon seit sechs Jahren unter 1%. Und weil diese niedrigen Zinsen allein nicht halfen, werden seit März auch noch satte 60 Milliarden Euro monatlich gedruckt.

Nie zuvor in der Geschichte wurden derart dramatische Maßnahmen ergriffen, um die Wirtschaft zu pushen.

Zudem haben wir in der Eurozone seit einem Jahr Rückenwind durch einen sinkenden Euro und sinkende Energiepreise.

Das Ergebnis
Der u.a. Graphik ist zu entnehmen, dass die europäische Staatsverschuldung in den vergangenen Jahren weiter zugenommen hat.

Vor zwei Wochen gab Eurostat bekannt, dass diese Staatsverschuldung inzwischen noch weiter angestiegen ist. Auf 92,9% des BIP.

Und letzte Woche veröffentlichte Eurostat die Meldung, dass der Umsatz im Detailhandel im Juni im Vergleich zu Mai um 0,6% gesunken ist. Und der deutsche Konsument hat im Juni 2,3% weniger ausgegeben als einen Monat zuvor.

Die entscheidende Frage
Wenn eine Wirtschaftserholung so aussieht, und wenn die Staatsverschuldung während dieser sogenannten Wirtschaftserholung stetig weiter steigt, was passiert dann, wenn die Wirtschaft wieder in einer (unvermeidbaren) Rezession landet?

Wir schnell wird die Staatsverschuldung dann steigen? Und was wird die EZB dann tun? Noch mehr Geld drucken? Noch weitere 60 Milliarden pro Monat obendrauf? Oder zur Sicherheit lieber 120 Milliarden Euro?

Könnte gesellig werden an der Börse. Aber dann wird die Börse der einzige Ort der gesamten Eurozone sein, an dem überhaupt noch Geselligkeit herrscht…

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