Zieht die amerikanische Wirtschaft jetzt wirklich an?

Es werden zig Wirtschaftszahlen publiziert, und diese Zahlen werden von den gängigen Medien allesamt klaglos als Wahrheit hingenommen. Dieses Jahr möchte ich regelmäßig tiefer auf solche Wirtschaftsthemen eingehen. In verständlicher Sprache.

Die wichtigste Zahl der Welt ist die des amerikanischen Wirtschaftswachstums. In den gängigen Medien erschien vor einiger Zeit die Meldung, dass selbiges im dritten Quartal 2012 um 2,6% gewachsen ist. Positive Meldung. Montag sagte Obama in seiner Rede noch, dass eine Wirtschaftserholung eingetreten sei. Und regelmäßig höre ich Ökonomen im Fernsehen brüllen, dass es in den USA auf jeden Fall ein ganzes Stück besser läuft als in Europa.

Kurz die Zahlen hinzuziehen
Am 30. September 2011 betrug das amerikanische BIP insgesamt 15.163 Milliarden Dollar. Ein Jahr später war es auf 15.811 Milliarden Dollar herangewachsen. Das ist ein nominales Wachstum von 4,3%.

Das reale Wirtschaftswachstum errechnet man dann, indem man die Inflation davon subtrahiert. Laut amerikanischem Bureau of Labor Statistics (BLS) war das Leben im dritten Quartal 2012 insgesamt 1,7% teurer als im Vorjahr. Bleibt netto ein Wirtschaftswachstum von 2,6% übrig.

Einfache Rechnung. Oder?
Stimmt. Und 2,6% Wirtschaftswachstum ist bei Weitem nicht schlecht. Aber es gibt zwei Haken. Heute gehe ich auf einen dieser Haken ein. Die Inflationsrate.

Offiziell lag die Inflation also nur bei 1,7%. Inflation berechnet man, indem man die Preise eines Warenkorbs mit Gütern und Dienstleistungen mit den Preisen des Vorjahres vergleicht. Wenn ein Brot jetzt 2,20€ kostet und im Vorjahr noch 2,00€ dann beträgt die Inflationsrate auf Brot 10%.

Steak und Computer
Die Amerikaner haben diese Berechnung allerdings zwei Mal angepasst. Und zwar so, dass die Berechnung nicht länger objektiv ist. Zwei Beispiele:

Wenn der Preis eines Steaks jetzt um 10% steigt, geht das amerikanische BLS davon aus, dass die Leute auf Frikadellen umsteigen. Und dann stellen sie fest, dass der Preis für Rindfleisch eher gesunken ist.

Wenn ein neuer Computer jetzt 5% teurer ist als vor einem Jahr und dieser Computer besitzt 10% mehr Speicherplatz, dass stellt das BLS fest, dass dieser Computer eher 5% günstiger geworden ist.

Tatsächliche Inflation
Inflation ist eine Zahl, die in den USA enorm manipuliert wird. Durch Manipulation muss eine Regierung die Sozialleistungen weniger anheben, man kann positivere Wachstumszahlen veröffentlichen, man muss die Zinsen nicht anheben und man kann (weiterhin) Geld drucken.

John Williams von ShadowsStats berechnet die Inflation noch immer so, wie die Regierung es 1980 und 1990 tat. Die Methode von 1980 ergibt fast 10% Inflation. Die Methode von 1990 kommt auf gut 5%.

Ob man die Inflationsrate immer noch so berechnen sollte wie 1980 und 1990 hängt davon ab, wie das tatsächliche Ausgabeverhalten einer amerikanischen Durchschnittsfamilie heute im Vergleich zu damals aussieht.

Reales Wachstum oder reales Schrumpfen?
Wenn man allerdings schon diese 5% Inflation als Wahrheit annimmt, dann wächst die amerikanische Wirtschaft nicht. Dann schrumpft die Wirtschaft in den USA sogar um 0,7%.

Wenn Sie in den Nachrichten also bald etwas über das amerikanische Wirtschaftswachstum des vierten Quartals 2012 sehen, wissen Sie auf jeden Fall, dass Sie dem Ganzen keine allzu große Bedeutung beimessen sollten.

In diesem Bericht bespreche ich den zweiten Haken mit Ihnen.

Teilen Sie diesen Artikel per Mail oder auf Ihren Social Media Kanälen

Warum geht es so häufig um Gold und Silber?

„Sie schreiben sehr interessante Artikel, aber in letzter Zeit geht es wirklich sehr häufig um Gold und Silber“. Das ist der Beitrag eines Lesers, der mich letzte Woche erreichte.

Er hat Recht. Und der Grund ist simpel. Wenn man sich die wirklich großen Trends anschaut, hat sich in den vergangenen Jahren nichts geändert. Vor einigen Jahren war es unserer Meinung nach sehr vernünftig, Erspartes in Gold und Silber umzusetzen. Und durch all die Dinge, die Zentralbanker und Politiker so fabrizieren, wäre das jetzt nur noch vernünftiger.

Der Trend ist der, dass in der gesamten westlichen Welt jahrelang zu hohe Schulden gemacht wurden, und dass Politiker, „um die Krise zu bekämpfen“, nur noch mehr Schulden gemacht haben, indem sie Banken gerettet und die Wirtschaft „stimuliert“ haben. Und zudem weil Zentralbanken die Zinsen künstlich niedrig halten und massenhaft Geld drucken.

Sicherheit suchen
Ich schreibe daher auch regelmäßig über Entwicklungen, Nachrichtenmeldungen, neue Wirtschaftszahlen, die diesen Trend bestätigen. Und selbstverständlich komme ich bei all diesen Meldungen zu ein und demselben Schluss: Meiner bescheidenen Meinung nach wäre es sehr vernünftig, mit dem Kauf von Gold und Silber Sicherheit zu suchen.

Freunde und Bekannte (die mit dem Anlegen nichts am Hut haben) fragen mich regelmäßig, ob es mit dem Euro wieder bergauf gehen wird und was sie tun können, um Risiken auszuschließen. Ich kann so jemandem schwer sagen, dass er sein Geld ruhigen Gewissens auf seinem Sparbuch stehen lassen kann. Das Einzige, was ich so jemandem sagen kann, ist, dass ich mich dazu entschieden habe, mein Erspartes schrittweise in Gold und Silber umzusetzen.

Nicht zu meinem Vergnügen
Ich schreibe nicht zu meinem Vergnügen über Gold und Silber. Und ich habe auch nicht zu meinem Vergnügen einen Teil meines Geldes in Gold und Silber gesteckt. Sobald Zentralbanker den Zins auf ein normales Niveau anheben und gleichzeitig kein Geld mehr drucken, werde ich mein Gold und Silber mit großer Freude wieder verkaufen. Ich habe jedoch das starke Vermuten, dass ich vorläufig noch eine Weile weiter hinzukaufen werde.

Teilen Sie diesen Artikel per Mail oder auf Ihren Social Media Kanälen

Wir denken immer positiver über Aktien

Der Druck auf Bernanke eine neue Gelddruck-Runde zu starten nimmt zu. Auch die EZB hat begonnen Geld zu drucken und es ist nicht schwer davon auszugehen, dass sie damit vorläufig noch nicht fertig ist. Hinzukommt außerdem, dass es den Briten auch schlecht geht. Noch einige weitere negative Wirtschaftszahlen und auch sie werden die Geldpressen wieder anschmeißen.

Warum sie das tun?
Sie haben keine anderen Möglichkeiten mehr. Sie haben sich entschieden die Dinge auszusitzen und hoffen, das Problem wird sich von alleine lösen. Und jetzt stecken sie fest und es gibt keine einzige andere Möglichkeit als Geld zu drucken. Und Geld drucken verursacht Inflation. Hohe Inflation. Und denken Sie bitte nicht, dass die Inflation eine unglückliche Folge ist! Sie wird bewusst verursacht. „Monetizing the debt“ nennt man das im Fachjargon.

Worin man in den kommenden Jahren absolut NICHT investieren sollte
Wie wir in unserem gratis Bericht „
Sei vorbereitet und habe einen Plan!“ schon betonen, sollte man sein Geld in den kommenden Jahren absolut NICHT cash führen oder in Anleihen investieren. Dann wird Ihr Geld nämlich von einem Gespenst namens Inflation aufgefressen.

Wo soll all das Geld hin?
Die Konsequenz ist automatisch, dass das Geld aus den Geld- und Anleihenmärkten wegfließen wird, und dass das Geld eine neue Bestimmung braucht. Wir müssen dabei realisieren, dass der Anleihenmarkt ungefähr dreimal so groß ist, wie der Aktienmarkt. Es wird in den kommenden Jahren also enorm viel Geld frei. Und dieses ganze Geld sucht eine neue Bestimmung.

Gold und Silber sind schöne Bestimmungen! Das denken Sie jetzt. Der Gold- und Silbermarkt ist allerdings enorm klein. Wenn nur 1/10 dieses Geldes Richtung Gold und Silber fließen würde, würde der Gold- und Silberpreis nicht in den Himmel schnellen, sondern in die Stratosphäre!

Ein großer Teil des Geldes, das aus den Geld- und Anleihenmärkten fließen wird, muss also wieder Richtung Aktienmärkte fließen. Es gibt fast keine Alternative!

Was, wenn das gesamte System einstürzt?
Und es kommt noch eine Erwägung hinzu. Selbst wenn wir in den kommenden Jahren keinen Gewinn mit Aktien machen sollten, wären wir trotzdem besser dran. Viel besser sogar, denn wenn das gesamte System einstürzt, verliert man mit Cash und Anleihen auf jeden Fall sein Geld. 100% weg! Wenn man jedoch eine Aktie besitzt, ist man zumindest für einen Teil Eigentümer des Unternehmens, dessen Gewinn sich hinterher wieder regenerieren kann.

Investieren Sie auch in günstige Aktien gesunder Unternehmen!
Unserer Meinung nach sollte man also in günstige Aktien finanziell gesunder und sehr gut laufender Unternehmen investieren. Und man sollte insbesondere Financials und Retail meiden. Das ist auch eine gute Verteidigung gegen den massenhaften Gelddruck.

Mit unserem TopAktien Service suchen wir für Sie die allergünstigsten Aktien der besten Unternehmen. Klicken Sie hier für ein Abonnement.

 

Teilen Sie diesen Artikel per Mail oder auf Ihren Social Media Kanälen

Wirtschaftliche Zahlen und Statistiken

Wenn ich mir Fernsehsender wie N24 und CNBC anschaue, fällt mir jedes Mal wieder aufs Neue auf, wie viel Aufmerksamkeit der Veröffentlichung von allerlei Wirtschaftszahlen geschenkt wird. Bei N24 höre ich häufig, dass „der heutige Tag spannend wird weil gleich die Wirtschaftszahlen von XYZ veröffentlicht werden“. Bei CNBC erscheint kurz vor der Veröffentlichung einer Wirtschaftszahl jedes Mal in großen Buchstaben der Begriff „Breaking News!!“ im Bild. Aber wie wichtig sind all diese Zahlen nun eigentlich?

Drei Gründe sie abzuschaffen
Ich habe letzten Monat in Marc Fabers „Gloom, Boom and Doom“-Bericht einen interessanten Leserbrief gelesen. Der Leser schrieb, dass es drei Gründe gäbe, warum Regierungen Wirtschaftsstatistiken führen:

  1. Die Regierungen wollen Gründe haben, in die Wirtschaft eingreifen zu können
  2. Sie wollen die Wirtschaft besser aussehen lassen als sie tatsächlich ist um damit ihr politisches Handeln in ein positiveres Licht zu rücken.
  3. Sie wollen die tatsächlichen Effekte der Inflation verbergen um damit die Ausgaben, die im Zuge der Inflation steigen (Renten, Arbeitslosengelder) unter Kontrolle zu halten.

Um nur kurz auf den letzten Punkt einzugehen: reden Sie doch mal mit Ihrer Familie, Ihren Freunden, Nachbarn und Kollegen und sagen Sie ihnen, dass ihre Lebenshaltungskosten im vergangenen Jahr nur um 1,6% gestiegen sind. Und achten Sie dann mal ganz genau auf ihre Reaktion!

Sir John James Cowperthwaite
Als Hong Kong 1961 noch eine britische Kolonie war, war Sir John James Cowperthwaite dort der Chef. Er ist der Mann, der dort den Kapitalismus eingeführt hat. Sir John weigerte sich Wirtschaftstatistiken anzulegen. Seiner Meinung nach führte dies nur dazu, dass allerlei Leute in Bürogebäuden sich in den freien Markt einmischen würden und das Ganze ins Verderben laufen würde. Britische Delegationen die die Lage Vorort erforschen sollten, wurden ohne jegliche Information zurück auf ihre Insel geschickt.

Zuerst 72% ärmer, jetzt 37%+ reicher
Er legte den Steuertarif auf 15% fest und machte keine Staatsschulden. Das Ergebnis: Der durchschnittliche Einwohner Hong Kongs war 1960 noch 72% ärmer als der durchschnittliche Brite. Im Gegensatz dazu war der Einwohner Hong Kongs 1997 (das Jahr in dem China die Kolonie übernahm) 37% reicher als der durchschnittliche Brite. Eine enorme wirtschaftliche Entwicklung! Und es sieht stark danach aus, als hätte Hong Kong diesen Vorsprung in den vergangenen 13 Jahren noch ausgebaut. Das Wirtschaftswachstum war hier nicht nur zum Vorteil der Reichen. Noch auffälliger ist, dass sich ungeachtet der Flat Tax (Einheitssteuer) von nur 15% insbesondere die Bevölkerung als Ganzes innerhalb der vergangenen 50 Jahre viel weiter entwickelt hat als die britische Bevölkerung.

Die Moral von der Geschichte
Wirtschaftszahlen bestehen (größten)teils aus Lügen und man benötigt überhaupt keine Wirtschaftsstatistiken um wirtschaftlichen Fortschritt zu verbuchen. Gleichzeitig können Anleger auf all diese Wirtschaftszahlen verzichten, denn die Sturmflut dieser Zahlen schlägt einem lediglich auf das Gemüt und die Börse würde sich ohne all diese Zahlen viel weniger nervös bewegen. Also: Abschaffen! Dann wären auch direkt einige dieser Bürogebäude voller Beamter überflüssig und gleichzeitig würde ein Teil der Sparmaßnahmen für die kommenden Jahre umgesetzt…

 

Teilen Sie diesen Artikel per Mail oder auf Ihren Social Media Kanälen