Es ist nur ein kleiner Abgrund

In den vergangenen Tagen haben die Medien ausführlich über den amerikanischen Fiscal Cliff berichtet. Und natürlich taten sie es, ohne sich auch nur eine Sekunde in die Zahlen zu vertiefen. Auch in einem Winterloch müssen die ohnehin begrenzten Nachrichten am besten ein bisschen sensationell sein!

Es geht also um den fiskalen Abgrund in den die USA gestürzt wären, wenn keine Einigung stattgefunden hätte. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man fast meinen, dass wir gestern nur knapp dem Ende der Welt entkommen sind.

Weniger als die Hälfte des Haushaltsdefizits
Es geht um die insgesamt 600 Milliarden Dollar Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen. Das ist viel Geld, aber es ist gleichzeitig auch weniger als die Hälfte des jährlichen amerikanischen Haushaltdefizits. Ohne eine Einigung zwischen Obama und den Republikanern, wären Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen also automatisch eingetreten.

Und dann würden die USA 2013 exakt dasselbe tun, was so gut wie jedes europäische Land in den vergangenen Tagen getan hat. Sparmaßnahmen mit der Salamitechnik und Steuererhöhungen mit dem sog. Ziel, das Haushaltsdefizit zurückzudrängen. Was natürlich nicht gelingt. Und was der Wirtschaft natürlich den Hals umdreht.

Es verändert sich nichts
Wie erwartet, wurde sich im letzten Moment auf irgendeinen Kompromiss geeinigt, bei dem eine Einigung über Sparmaßnahmen sogar um zwei Monate aufgeschoben wurde. Erleichterung soweit das Auge reicht! Das bringt jedoch alles nichts. Denn das Haushaltsdefizit wird riesig bleiben und die Staatsschulden werden weiterhin stark steigen.

Wenn in den vergangenen Wochen eine Sache sehr deutlich geworden ist, dann ist es, dass Demokraten und Republikaner komplett entgegengesetzter Ansicht sind. Und dass die Wahrscheinlichkeit, dass die amerikanische Regierung in den kommenden vier Obama-Jahren einschneidende Maßnahmen ergreifen wird, um die Wirtschaft wieder in die richtige Spur zu geleiten, bei weniger als 0,01% liegt.

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