Wie die EZB trickst und trickst

Obwohl in der Eurozone kein einziges strukturelles Problem gelöst wurde und obwohl die Staatsschulden insbesondere in den Problemländern stark weiter steigen, ist es jetzt schon eine ganze Weile relativ ruhig in der Eurozone.

Heute möchte ich Ihnen anhand einiger harter Zahlen veranschaulichen, wie die EZB diese (künstliche) Ruhe geschaffen hat.

Stellen Sie sich vor, Sie seien der Direktor einer Bank. Einer italienischen Bank. Ihre Aufgabe wäre es, das Geld der Sparkunden hereinzuholen und möglichst optimal anzulegen.

Das idealste Szenario sähe so aus, dass Sie mit diesen Spargeldern italienischen Unternehmen Kredite vergeben würden, die in ihre Zukunft investieren wollten. Oder Kredite für italienische Bürger, die ein Haus kaufen wollten.

Wahnsinn
Wenn Sie aber Bankdirektor wären, würden Sie das Geld Ihrer Sparkunden dann der Regierung eines Landes leihen, dessen Staatsverschuldung über 120% des BIP beträgt? Ich auf keinen Fall! Der italienischen Regierung Geld zu leihen ist Wahnsinn.

Und dennoch haben italienische Banken genau das gemacht. In großen Mengen sogar.

Zu einem Zeitpunkt, in dem die Staatsverschuldung Ende 2011 schon auf 121% des BIP gestiegen war, hoben italienische Banken ihre Anlagen in italienische Staatsanleihen an.

Italienische Banken finanzieren Staatsverschuldung
In diesem regelmäßig erscheinenden Bericht der Banca d’Italia sehen wir (Tabelle 5), dass die italienische Staatsverschuldung von Ende 2011 bis August 2013 um 153 Milliarden Euro zunahm. In derselben Zeit hoben italienische Banken ihre Saldo Kredite an den Staat um ganze 242 Milliarden Euro an.

Der Anstieg der italienischen Staatsverschuldung wird also klar vom italienischen Finanzsektor finanziert.

Warum jemandem Geld leihen, der pleite ist?
Aber warum sollte eine italienische Bank einer Einrichtung so viel Geld leihen, die faktisch pleite ist?

Dafür kann es nur einen Grund geben.

Die EZB hat italienischen Banken eine Garantie darauf gegeben, dass sie einspringt, wenn es danebengeht. Mit frischgedrucktem Geld…

Der einzige Grund dafür, dass wir in letzter Zeit keine ähnlichen Zustände wie 2011 erlebt haben, liegt darin, dass italienische Banken der italienischen Regierung alles notwendige Geld leihen. Mit herzlichen Grüßen (und einer Garantie) der EZB.

Es ist eine Strategie, die funktioniert. Bis sie eines Tages plötzlich nicht mehr funktioniert. Dann geht’s rund…

 

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